Bietigheim-Bissingen Kellerei schließt Verkaufstelle im Bietigheimer Arkadengebäude

Die Felsengartenkellerei zieht sich aus dem Bietigheimer Arkadengebäude zurück und schließt spätestens Ende Mai.
Die Felsengartenkellerei zieht sich aus dem Bietigheimer Arkadengebäude zurück und schließt spätestens Ende Mai. © Foto: Martin Kalb
JÖRG PALITZSCH 01.04.2016
Spätestens bis Ende Mai wird die Felsengartenkellerei Besigheim ihre Verkaufsstelle im Bietigheimer Arkadengebäude schließen. Der Grund sind zu geringe Umsätze.

Freunde der Weine aus der Felsengartenkellerei müssen sich in Bietigheim-Bissingen ab Juni umstellen. Ende Mai wird die Verkaufsstelle im Arkadengebäude geschlossen, so Dr. Götz Reustle, Vorsitzender der Felsengartenkellerei Besigheim. Als Grund nennt Reustle zu geringe Umsätze. Das finanzielle Minus jedes Jahr sei beträchtlich gewesen "und wirtschaftlich nicht mehr tragbar".

Dabei habe man sich mit dem Umzug von der Schieringerstraße in das Arkadengebäude im Oktober 2011 noch mehr versprochen. Am Anfang sei das Interesse noch da gewesen, die Umsätze stiegen auch leicht und "es hat sich auch gut entwickelt", so Reustle weiter. Unter dem Strich habe die Kundenfrequenz aber nicht ausgereicht, um den Betrieb noch wirtschaftlich darstellen zu können. Eventuell hätte ein anderer Standort die Lage verbessern können. Etwa hin zum Marktplatz, um dort einen Ausschank bieten zu können. Dies war aber wegen der Raumverteilung im Gebäude nicht möglich gewesen.

Reustle bezeichnete auch die Parksituation als "nicht ganz optimal". Wer größere Mengen an Wein kaufe, der komme gleich zur Verkaufsstelle nach Hessigheim. Ob die Felsengartenkellerei mit einem Wein-Verkauf nach Bietigheim-Bissingen zurückkehren werde, ließ Reustle offen. Wenn man etwas angeboten bekomme, was auch entsprechende Umsätze garantiere, könnte man sich dies überlegen. "Aber konkrete Pläne gibt es dafür nicht." In der Verkaufsstelle im Arkadengebäude waren zwei Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, die künftig in Hessigheim oder in der Verkaufsstelle in Ilsfeld eingesetzt werden, so Götz Reustle.

Für die Stadt, sie ist Vermieterin der Flächen im Arkadengebäude, sei die Kündigung der Felsengartenkellerei "ein ganz normaler Vorgang", so Anette Hochmuth, Leiterin des Presseamtes im Rathaus. Man werde sich mit der Situation auseinandersetzen und die Fläche neu ausschreiben.

 

Ein Kommentar von Jörg Palitzsch: Für Kellerei kein Frequenzbringer

Die Nachricht vom Auszug der Felsengartenkellerei aus dem Arkadengebäude ist alles andere als ein „normaler Vorgang“, wie es die Stadt Bietigheim als Vermieterin glauben machen möchte. An dieses Gebäude wurden mit der Eröffnung im Oktober 2011 hohe Erwartungen für die Bietigheimer Innenstadt verknüpft. Das Arkadengebäude sollte ein Frequenzbringer für den Mittelpunkt der Stadt sein und gleichzeitig kaufkräftige Kundschaft für die Obere Hauptstraße anziehen. Sogar von einem „kleinen Breuningerland“ wurde bei der Eröffnung gesprochen. Nach der Eröffnung strahlte alles noch im Glanz des Neuen. Das Arkadengebäude hat es aber in den letzten Jahren offenbar nicht geschafft, als Drehscheibe zwischen der Unteren und Oberen Hauptstraße zu funktionieren. Nach dem Rückzug der Felsengartenkellerei sowie dem Rückzug des Pächters Luigi Pizzin aus der Trattoria, lässt sich weiter feststellen, dass es ebenso schwierig ist, langfristig ein kulinarisches Angebot zu etablieren. Nach dem Weggang der Kellerei ist es für die Stadt nun an der Zeit, ihr Konzept für den Mix der Geschäfte neu zu überdenken.