Am Sonntag, 28. April, wurde die Freiwillige Feuerwehr Bietigheim-Bissingen in der Nacht zu einem Einsatz zur Langwiesenbrücke in Bissingen gerufen. Eine Person war von der Brücke in die Enz gesprungen, konnte sich dann aber auf einen Brückenpfeiler retten und sich daran festhalten. Es wurde befürchtet, dass die Person ertrinken könnte und die Feuerwehr gerufen. Laut Hermann Eppler, CDU-Stadtrat, sei ein Feuerwehrmann beim Versuch zur wohl angetrunkenen Person zu kommen, in einem Nebenarm der Enz eingesunken. „Er ist bis auf die Hüfte eingesunken, weil der Nebenarm fest aussieht“, erklärte Eppler in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses am Dienstagabend. „Er hat sich mit einer Schippe raus gebuddelt.“ 30 Minuten soll dies gedauert haben, verletzt hat er sich aber nicht.

Bürgermeister Joachim Kölz und Oberbürgermeister Jürgen Kessing versicherten, dass sie von diesem Einsatz nichts wussten und wunderten sich, dass die Feuerwehr dies nicht meldete. Auf BZ-Nachfrage teilt Kommandant Frank Wallesch mit, dass er selbst nur kurz an diesem Einsatz beteiligt war. Seines Wissens nach blieb ein Kamerad mit dem Fuß im Schlamm stecken. „Bis mich diese Info erreicht hatte, war der Kamerad schon wieder befreit und blieb unverletzt. Daher habe ich diesem Ereignis auch keine größere Bedeutung geschenkt.“ Hermann Eppler allerdings sieht in der Verlandung des Seitenarms ein Sicherheitsrisiko. Er befürchte, dass dort Kinder spielen könnten, denn der Boden sehe fest aus. „Da sollten wir jetzt reagieren.“ Denn die Verlandung des Bereichs ist bekannt. Bereits im Juni 2017 beauftragte die Stadt ein Fachbüro damit, den Bereich Langwiesenbrücke zu untersuchen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie eine Verlandung verhindert werden könne. Er schlug als kurzfristige Lösung Ausbaggern vor und fragte nach den Ergebnissen des beauftragten Fachbüros.

Kölz erklärte, dass die Stadt eine dauerhafte Lösung sucht. Vor knapp einem Monat habe das Fachbüro seine Arbeit abgeschlossen und die Ergebnisse der Stadtverwaltung vorgestellt. Diese werden bald den Gremien vorgelegt, so der Bürgermeister. Geplant sei eine dauerhaft gute Durchströmung der Nebenarme. Denn im Zuge der Südumgehung wurde 1997 und 1998 im Bereich der Langwiesenbrücke als ökologische Ausgleichsmaßnahme für den Straßen- und Tunnelbau ein Flachwasserbereich – besagte Nebenarme – angelegt. Dieser Bereich hat eine Anbindung an das Fließgewässer der Enz. Allerdings ist diese Anbindung nicht optimal angelegt. Die Folge: Verlandung. Sofern hier noch länger gewartet werde, falle der Enzseitenarm völlig trocken und der Flachwasserbereich erfüllt dann nicht mehr seine gewässerökologische Funktion, hieß es 2017 in der Vorlage für den Technischen Ausschuss.

„Um es als Fließgewässer am Leben zu halten, brauchen wir enzabwärts eine deutlich größere Öffnung“, erklärte Kölz. Dafür benötigt die Stadt Grundstücke. „Das alles geht deutlich in die 100 000er, vielleicht sogar in die Millionen Euro.“ Die Stadt sei nun dran mögliche Zuschüsse und naturschutzrechtliche Fragen zu klären. „Was ist, wenn ein Bereich von etwa fünf Meter ausgebaggert wird?“, hakte Hermann Eppler nach. Er wolle eine schnelle Lösung, um die Sicherheit zu gewährleisten, und vermutete für das Ausbaggern nur geringe Kosten (20 000 Euro). Schilder allein beispielsweise würden es nicht tun. Roswitha Ott, Leiterin der Stadtgärtnerei, erklärte jedoch: „Das kostet deutlich mehr.“ Denn das Material, das abgetragen wird, sei Sondermüll. Die Stadt versicherte, dass sie nun vorübergehende Sicherheitsmaßnahmen, die sich schnell umsetzten können, prüfen werde.