Bietigheim-Bissingen Kein Campus, viele Baustellen

An einem Infoabend der Stadt zur Gemeinschaftsschule im Mai nehmen auch Isolde Steigelmann, Rektorin der Sandschule, und ihr Kollege Stephan Bender, Rektor der Waldschule (vorne), teil.
An einem Infoabend der Stadt zur Gemeinschaftsschule im Mai nehmen auch Isolde Steigelmann, Rektorin der Sandschule, und ihr Kollege Stephan Bender, Rektor der Waldschule (vorne), teil. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / JULIA SCHWEIZER ANDREAS LUKESCH 31.12.2015
2015 hat sich in der Schullandschaft in Bietigheim-Bissingen einiges getan. So gibt es neue Gemeinschaftsschulen und neue Räume. Ein anderes Projekt ist dagegen gescheitert: der Schulcampus.

Es ist der wohl weitreichendste Vorschlag der jüngeren Zeit in punkto Schule: Zu Jahresbeginn überrascht die CDU mit dem Vorschlag, im Ellental einen Schulcampus mit integrierter neuer Sporthalle zu errichten. Neben den bestehenden Ellental-Gymnasien hätte es damit eine zweizügige Grundschule, eine zweizügige Gemeinschaftsschule und eine vierzügige Realschule gegeben. Die Realschule im Aurain wäre aufgegeben und auf die Erweiterung der Schule im Sand verzichtet worden. Zusätzlich plant die CDU eine Ballsporthalle nebst zentraler Mensa mit Schulküche.

Daraufhin wird viel diskutiert, geprüft und gerechnet, um das Projekt von Seiten der Verwaltung, aber auch von den übrigen Fraktionen im Sommer wieder zu beerdigen. Den Kritikern geht es dabei nicht nur ums Geld, wenngleich der Schulcampus die Stadt deutlich teurer gekommen wäre als eine Modernisierung und Anpassung des vorhandenen Bestands. Die Vision eines Schulcampus' im Ellental mit 5000 Schülern hätte die Stadt nach Berechnungen der Verwaltung fast 70 Millionen Euro gekostet - mindestens 25 Millionen mehr als das im Gegenzug beschlossene Sanierungs- und Modernisierungsprogramm für die vorhandenen Schulgebäude. Thomas Reusch-Frey (SPD) lehnt die "Mega-Schule" aber auch aus sozialen und ökologischen Gründen ab. Befürchtet wird von den Kritikern auch, dass es im Gegensatz zu einer dezentralen Lösung auf einem Schul-Großcampus zu mehr Kriminalität und Ausgrenzung komme. Außerdem seien die schulischen Leistungen von Schülern in so großen Einheiten schlechter, heißt es.

Weitreichend ist auch die Schulrochade rund um die Sommerferien als Teil des Schulentwicklungsplans der Stadt unter dem Motto effektiver Schulraumtausch. Die Förderschule - sie wird im Herbst nach Gustav Schönleber benannt - wechselt von der Buchschule in den Weimarer Weg, die dortige Grundschule in die Buchschule.

Nach den Sommerferien beginnt auch in Bietigheim-Bissingen das Zeitalter der Gemeinschaftschulen - an zwei Standorten. Die Sandschule und die Waldschule in Bissingen können jeweils zweizügig mit dem neuen Lehr- und Lernangebot beginnen.

Die Diskussion um die nicht unumstrittenen Gemeinschaftschulen wird aber schnell verdrängt von der ganz großen Herausforderung, der 45 Millionen Euro teuren Grundmodernisierung der Bietigheim-Bissinger Landschaft. Allein für die Sanierung der in die Jahre gekommenen Ellental-Gymnasien sind 15 Millionen Euro vorgesehen. 2016 werden die Handwerker in die Schulgebäude einziehen und sie werden bis voraussichtlich 2021 bleiben.

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