Bevölkerung Jedes Jahr 330 Einwohner mehr

Auf Wachstumskurs: Die Stadt Bietigheim-Bissingen aus der Luft.
Auf Wachstumskurs: Die Stadt Bietigheim-Bissingen aus der Luft. © Foto: Werner Kuhnle
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 09.01.2019

Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist eines der großen Themen der Gegenwart in der Stadtpolitik. Wie die Bevölkerung wächst und die Flächen knapper werden, lässt sich gut beim Blick auf die Zahlen des Statistischen Landesamtes erkennen.

Die dortige Zahlenreihe beginnt mit dem Jahr 1961, in dem es eine Volkszählung gab. Diese ergab auf dem Gebiet der damals noch selbstständigen Gemeinden Bietigheim und Bissingen eine Zahl von 24 045 Menschen und eine Bevölkerungsdichte von 774 Einwohner pro Quadratkilometer. Das beruhte bereits auf einem starken Wachstum, insbesondere durch den Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, denn in der Volkszählung aus dem Jahr 1939 waren es noch 12 362 Einwohner gewesen.

Danach ging es mit der Einwohnerzahl weiter stetig bergauf. 1966 wurde die Marke von 30 000 Einwohnern geknackt, 1995 stieg die Einwohnerzahl an Enz und Metter über 40 000. Betrachtet man die letzten – statistisch erfassten – fünf Jahre, so wuchs die Bevölkerung von 42 210 Einwohner im Jahr 2013 auf 43 266 Ende 2017.

Mit anderen Worten: Seit 1961 sind im Durchschnitt 337 Einwohner pro Jahr hinzugekommen.

1383 Einwohner
pro Quadratkilometer

Die Einwohnerzahl pro Quadratkilometer betrug Ende 2017 1383 und hat sich damit im Vergleich zu 1961 fast verdoppelt.

Die Daten des Statistischen Landesamtes zeigen zugleich, wie sich die Zusammensetzung der Bevölkerung in dem beschriebenen Zeitraum verändert hat. So gab es unter den 24 045 Bewohnern des Jahres 1961 rund 5000 Kinder unter 15 Jahren. Bis 2017 erhöhte sich (bei 43 266 Einwohnern) diese Zahl auf rund 6000. Im Vergleich dazu wuchs jedoch der Anteil der älteren Bevölkerung über 65 Jahren von 2100 auf fast 9000 ungleich stärker.

Ebenso änderte sich die Zusammensetzung nach Nationalitäten. Laut dem Statischtischen Landesamt lebten im Jahr 1961 1089 Ausländer in Bietigheim-Bissingen, ein Anteil von 4,5 Prozent. Im Vergleich dazu waren es Ende 2017 8371 Ausländer, was einem Anteil von 19,3 Prozent entspricht.

Das Wachstum der Bevölkerung speist sich in den vergangenen Jahren vor allem aus einem beträchtlichen Wanderungssaldo, also der Differenz aus Zuzügen und Fortzügen. Dieser Saldo war zuletzt im Jahr 1998 negativ, und letztmals 2010 nur zweistellig. Seither fällt er stets dreistellig aus: plus 239 im Jahr 2011, plus 153 im Jahr 2014, einen satten Zuwachs von 650 im Jahr 2015 und ein Plus von 230 Personen im Jahr 2017, um einige Beispiele zu nennen. Dagegen ist die Differenz von Geburten und Sterbefällen trotz zuletzt höherer Geburtenzahlen immer noch leicht negativ. So gab es 2017 ein Geburtendefizit von minus 35.

Auch an eine Prognose wagt sich das Statistische Landesamt. Sie umfasst eine „Hauptvariante“, wonach die Bevölkerung in Bietigheim-Bissingen bis zum Jahr 2035 auf nicht ganz 44 000 Einwohner steigen würde. Darüber hinaus wird mit einem „Entwicklungskorridor“ operiert, dessen unterer Rand einen Bevölkerungsrückgang auf knapp 40 500 Einwohner bis 2035 vorhersagt. Allerdings ist dieser, da er vom Jahr 2014 als Basisjahr ausgeht, bereits überholt. Der obere Rand des Entwicklungskorridors geht dagegen von einem Anstieg der Bevölkerung bis zum Jahr 2035 auf dann 47 500 Einwohner in Bietigheim-Bissingen aus.

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