Verkehr Immer noch auf der Suche nach Fehlerquellen

Das Dynamische Parkleitsystem, hier an der Löchgauer Straße, wurde im August 2017 in Betrieb genommen.
Das Dynamische Parkleitsystem, hier an der Löchgauer Straße, wurde im August 2017 in Betrieb genommen. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 08.12.2018

Eine ganze Reihe von Fotos, auf denen Falschfahrer und Falschparker auf öffentlichen Parkplätzen in Bietigheim-Bissingen zu sehen waren, präsentierte Claus-Dieter Jaisle, der Leiter des Hoch- und Tiefbauamts, in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend im Bissinger Rathaus. Sie sollten demonstrieren, wie durch den „Faktor Mensch“ die Funktionsweise des Dynamischen Parkleitsystems beeinträchtigt wird. Zugleich kündigte Jaisle weitere Maßnahmen an, um solche Fehlerquellen abzustellen.

Wie mehrfach berichtet, wurde gleich nach der Inbetriebnahme des neuen Systems mit 20 dynamischen und zehn statischen Schildern im August 2017 festgestellt, dass sich zahlreiche Fahrer nicht an die vorgegebenen Ein- und Ausfahrtsrichtungen der Parkplätze hielten. Mit der Folge, dass sich Differenzen zwischen den tatsächlichen Belegungszahlen und den im Verkehrsrechner erfassten Daten ergaben. Die Stadtverwaltung reagierte darauf und brachte zusätzliche Schilder, Poller und Baken an. Einzelne Fehlfahrten waren und sind indes immer noch zu beobachten, wie auch die Fotos demonstrierten, die Claus-Dieter Jaisle zeigte.

Gleichwohl sei viel nachgebessert worden, sagte der Amtsleiter. Durch stetes Nachjustieren konnten bei fast allen Parkflächen verlässliche Belegungszahlen erreicht werden. Alle ein oder zwei Wochen seien Mitarbeiter der Stadt vor Ort, um Soll-/Istvergleiche vorzunehmen, so Jaisle. An weiteren Verbesserungen werde gearbeitet. „Da müssen wir dranbleiben“, so der Amtschef.

Breitere Parkplätze nötig

So kündigte er an, dass auf dem Parkplatz Japangarten, wo die Stellplätze nur 2,10 Meter breit sind, eine Verbreiterung auf 2,50 Meter geplant sei. Denn dort kommt es immer wieder vor, dass Autos so stehen, dass sie zwei Parkplätze beanspruchen – mit entsprechend fehlerhaften Anzeigen des Parkleitsystems. Durch die Verbreiterung fallen zwar sechs bis acht Plätze weg, doch aufgrund des Falschparkens sei das nur eine theoretische Zahl, so Jaisle.

Bürgermeister Joachim Kölz gab zu bedenken, dass eine Verwendung von Schranken zwar genauere Ergebnisse liefern würde, doch diese seien auch nicht so genau, dass man auf eine Nachjustierung ganz verzichten könne. Dafür wäre die Installation von Schranken wesentlich teurer.

Apropos teuer: Die Abrechnung für das Dynamische Parkleitsystem, die dem Technischen Ausschuss nun vorlag, weist exakt 647 820 Euro an Kosten für die Anlage auf. Lieferung, Montage und Inbetriebnahme des Systems war vom Gemeinderat am 22. November 2016 für 500 000 Euro an die Siemens AG vergeben worden. Am Ende kam es etwas billiger: Rund 489 500 Euro mussten an das Unternehmen gezahlt werden.

Doch hinzu kommen 150 119 Euro an Tiefbaukosten für den Einbau der Schilder samt Fundamenten. Hier hatte die Verwaltung laut Gemeinderatsvorlage nur mit rund 50 000 Euro gerechnet. Weitere 8200 Euro ergaben sich für die Verkehrslenkungsmaßnahmen, die zur Verbesserung der Anzeigengenauigkeit ergriffen wurden. Im Gegenzug genehmigte das Regierungspräsidium der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 211 500 Euro.

Die Ausschussmitglieder billigten die Abrechnung nach kurzer Diskussion einstimmig.

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