Es ist wie nach Hause kommen“, sagt Lotte Meyn über die Hillerschule. Meyn besuchte selbst die Grundschule, wie auch ihre Schwester Vera Meyn. Zwar ist das bei der 26-Jährigen eine Weile her, dass sie als Schülerin dort war, aber fern blieb sie der Schule dennoch nicht. Seit 2008 bietet die Hillerschule alle zwei Jahre einen freiwilligen kostenlosen Kunst-Workshop für alle Schüler an. Die Künstlerin Inken Meyn hat des Öfteren einen Kurs geleitet, so auch Vera Meyn. Sie sind die Mutter und Schwerster von Lotte Meyn, die seit diesem Jahr die neue künstlerische Leiterin des Kunst-Workshops ist.

Die künstlerische Leiterin ist quasi in ihre neue Rolle hineingewachsen und tritt in große Fußstapfen: Claudia Anders hatte mit der damaligen Schulleiterin Diana Riesterer die Idee zum Kunst-Workshop. Als Künstlerin hatte Anders dementsprechende Kontakte zu anderen Künstlern, erzählt Roberta Neugebauer, die mittlerweile die Hillerschule leitet. „Es war immer eine tolle Mischung aus professionellen Künstlern und beispielsweise Handwerkern sowie Eltern“, ergänzt sie. Das möchte auch Meyn erreichen.

Thema ist Dschungel

Noch ist sie auf der Suche nach Interessierten, die einen Kurs am Freitag, 24., und am Samstag, 24. April, leiten wollen. Die Kurse dauern drei Stunden plus die jeweiligen Vor- und Nacharbeiten. Das Motto in diesem Jahr ist Dschungel. „Ob Großstadtdschungel, bunter Regenwald oder wilder Abenteuerspielplatz – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Meyn und fügt hinzu, dass sich Interessierte bei ihr per E-Mail melden können – egal ob mit oder ohne konkrete Kursidee. „Ich möchte ein vielfältiges Programm auf die Beine stellen“, sagt die 26-Jährige.

Das ist auch Roberta Neugebauer wichtig. „Wir wollen den Kindern etwas ganz anderes bieten, weg vom Unterricht“, sagt sie zur Grundidee des Kunst-Workshops. „An unserer Schule gibt es drei Säulen: gesunde Schule, Musik erleben und Kunst und Kultur. Dazu haben wir verschiedene Standbeine.“ Unter anderem eben seit zwölf Jahren den Kunst-Workshop. „Kunst ist ein großer Bestandteil an unserer Schule.“

Den Kunst-Workshop unterstützt daher auch das komplette Kollegium, und der Förderverein kümmert sich unter anderem um die Finanzierung und die Verteilung der Kinder auf die Kurse. „Wir brauchen einfach Mann und Maus an Bord“, sagt Sonja Wilpert vom Förderverein der Schule. Denn das Angebot ist jahrgangsübergreifend. „Das ist für den Zusammenhalt zwischen den Kindern wichtig“, sagt Wilpert. „Wir merken, dass die Kinder nach dem Workshop anders miteinander umgehen, weil sie andere Kontakte haben.“ Das gelte auch für die gesamte Schulgemeinschaft ergänzt Neugebauer.

420 Kinder können teilnehmen

In diesem Schuljahr sind rund 420 Kinder an der Hillerschule, die alle an den beiden Tagen Kurse besuchen können. Davon nehmen durchschnittlich rund 90 Prozent das Angebot auch wahr, sagt Wilpert. Das ergibt schnell 15 bis 20 Kurse pro Tag. Nicht jeder Kurs findet dabei an beiden Tagen statt. So kommt der Förderverein schnell auf Kosten von rund 3500 bis 4000 Euro – obwohl viele Firmen beispielsweise Materialien spenden. Die Finanzierung sei ein Grund, warum es das Angebot nur alle zwei Jahre gibt. „Das, und das es etwas Besonderes bleibt“, sagt Wilpert.

Damit dies gelingt, nutzt Lotte Meyn ihre Kontakte aus Studienzeiten. Sie hat einen Bachelor in Kindheitspädagogik und macht derzeit ihren Master. „Ich habe als Schwerpunkt Kreativität und Kultur gewählt. So kam ich aus professioneller Sicht zum Workshop.“ Letztlich war es Claudia Anders, die sie als neue Leiterin vorschlug. „Ich habe mich sehr gefreut. Dann kam ein Moment, in dem ich dachte, das sind große Fußstapfen, in die ich da trete.“ Es sei jedoch eine tolle Möglichkeit, sagt Meyn. „Meine Leidenschaft ist die Arbeit mit Kindern. Das noch mit Kreativität und Kunst zu verbinden und dann auch noch mit meiner alten Grundschule – das gab den Ausschlag, dass ich zugesagt habe.“

Noch vor den Sommerferien haben die Planungen begonnen. In den Workshops gehe es dabei nicht nur darum, etwas zu basteln, zu bauen und zu schaffen, was die Kinder mit nach Hause nehmen können, sondern auch um die Gestaltung der Schule. Die alte Turnhalle wurde beispielsweise mit Mosaik verschönert und im Ganztagsbereich wurde eine komplette Wand zum Thema Baustelle bemalt. Alle die hier mitgemacht haben, zeigen regelmäßig darauf und sind stolz auf ihr Werk, sagt Neugebauer. Das merke man auch in der abschließenden Vernissage, bei der die Kinder erneut ihre Projekte vorstellen können. So auch Lotte Meyn: „Ich begegne dem Kunst-Workshop mit viel Neugier, Respekt, Spannung, Herz für die Sache, Kreativität und natürlich Vorfreude.“ In diesem Sinne: „Auf in den gemeinsamen Kunst-Workshop-Dschungel“.

Info Das Workshop-Leitertreffen ist am 19. Februar, um 19.30 Uhr in der Hillerschule. Interessierte sollten sich vorab bei Lotte Meyn per E-Mail: lotte.meyn@meyn-online.de anmelden.