Unter den besten Beiträgen beim alljährlichen Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten auf Landesebene ist das Projekt einer Gruppe von Zehntklässlern der Ellentalgymnasien. Am Freitagmittag konnten sie im Neuen Schloss in Stuttgart die mit einem Geldbetrag von 250 Euro verbundene Auszeichnung entgegennehmen.

Der von der Körber-Stiftung unterstützte Geschichtswettbewerb fand im vergangenen Schuljahr zum 26. Mal statt. Bundesweit beschäftigten sich laut einer Mitteilung der Stiftung rund 5600 Schüler mit dem aktuellen Wettbewerbsthema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“. Insgesamt 1992 Beiträge wurden eingereicht, so viele wie nie.

Protest gegen Anlage

Die Gymnasiasten aus dem Ellental-Gymnasium 1 Leslie  Rudolph, Anna Leven, Laura Sausen, Leoni Burkhardt und Phillip Yan griffen mit ihrer Tutorin Stefanie Schmitt ein Thema aus der jüngeren Vergangenheit im Landkreis auf. Die aktuelle Müllproblematik veranlasste sie laut der Projektbeschreibung dazu, sich mit der lokalen Müllkrise der 1990er-Jahre zu beschäftigen. Um den immer größeren Mengen an Müll begegnen zu können, wurde damals ein Restmüllheizkraftwerk (RMHKW) am Standort Freiberg-Wilhelmsdorf geplant. Dies führte zu einem Konflikt der verschiedenen Interessensparteien.

Die Teilnehmer besuchten für ihre Recherchen das Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen und erhielten Einblick in die damaligen Baupläne sowie in Zeitungsberichte. Sie nahmen Kontakt zu ehemaligen Akteuren auf, die Befürworter oder Gegner des Baus waren. Bürger- und Ärzteinitiativen protestierten damals wegen des befürchteten Ausstoßes des Giftstoffes Dioxin gegen den Bau der Verbrennungsanlage. 1996 entschied sich der Kreistag schließlich gegen den Bau. Die beteiligten Schüler wollen nun Konzepte zur Müllvermeidung an ihrer Schule entwickeln.

Aus den auf Landesebene ausgezeichneten Beiträgen des Geschichtswettbewerbs werden nun fünf Erstpreisträger ermittelt. Diese sollen am 19. November von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue in Berlin geehrt werden.