„Singen ist Klasse!“ Unter diesem Motto hat der Dachverband Forum Musik am Samstag in der Aurainschule einen Workshop für Lehrpersonal angeboten. Dozent Marcel Dreiling gab Tipps und Anregungen zum Singen mit Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren.

„Wir haben festgestellt, dass diesbezüglich Bedarf besteht“, erläuterte Walter Layher, Vorsitzender des Verbands, den Anlass für die Veranstaltung. Zum einen bestehe Interesse von Vereinen, auf der anderen Seite von Grundschullehrern und Erziehern im Kindergarten. Dies liege in den meisten Fällen daran, dass die Pädagogen Allrounder sein müssten und nicht über eine professionelle Musik-Ausbildung verfügten, so Layher.

In der sechsstündigen Veranstaltung setzte Dozent Marcel Dreiling, Schulmusiker und Musikdirektor des Schwäbischen Chorverbandes, mehrere Schwerpunkte. Ein Punkt befasste sich mit der Literaturwahl. Welche Lieder sind für diese Altersgruppe geeignet? Außerdem standen die richtige Körperhaltung und Atemtechnik auf dem Programm. „Körperspannung überträgt sich“, machte Dreiling klar.

Der studierte Musikwissenschaftler beriet zudem in rechtlichen Fragen – Stichwort Vervielfältigung, beispielsweise bei Fotokopien von Notenmaterial. Die 33 Teilnehmer des Workshops konnten auch Probleme aus eigener Erfahrung ansprechen, um gezielte Lösungen zu finden.

Es zeigte sich, dass manchmal die scheinbar einfachsten Aufgaben zu kniffligen Herausforderungen werden: „Im Chor sauber einstimmig singen ist die Königsdisziplin“, meinte Dreiling. Seine Thesen und Ratschläge untermauerte der Profi stellenweise mit Audio-Aufzeichnungen aus der Praxis und nutzte zum Zwecke der verständlichen Vermittlung auch Negativbeispiele. Potenziellen Fehlern lässt sich so von vorne herein aus dem Weg gehen.

Ein „Allheilmittel“, wie es eine Teilnehmerin forderte, aber ist schwer zu finden. Karine Bell ist Erzieherin in einem Affalterbacher Kindergarten und findet: „Singen kommt zu kurz.“ Sie sei erschrocken gewesen, wie viele Kinder felsenfest behaupteten nicht singen zu können. Bell knüpfte den Besuch des Workshops an Erwartungen. Wie fängt man das gemeinsame Singen an? Wie vermittle ich den rund 40 Kindern, dass sie zur Ruhe kommen sollen? Durch den Kurs habe sie hilfreiche Impulse bekommen: „Bei mir hat es heute klick gemacht.“

Die Ratschläge und Anregungen im Workshop am Samstag seien sehr konkret und praxisorientiert, meinte Carola Ziegler. Sie fühle sich nicht professionell genug, um „die gewisse Qualität“ liefern zu können, sagte sie. „Die meisten Grundschullehrer müssen Musik unterrichten, obwohl sie es nicht studiert haben“, berichtete die Mundelsheimerin.

Seit zum laufenden Schuljahr Musik wieder als eigenständiges Pflichtfach in den Stundenplan an Grundschulen aufgenommen worden sei, schlage der Mangel an für dieses Fach speziell ausgebildeten Lehrkräften noch mehr zu Buche. Ziegler unterrichtet gerne und regelmäßig Musik, überwiegend in den ersten Klassen. Sie hält es für sehr wichtig, dass der Übergang vom Kindergarten in die Schule ohne Angst gelingt. Die Grundschullehrerin möchte die neuen Methoden bei der nächsten Gelegenheit erproben.

Ob es geklappt hat, kann sie der Workshop-Crew Mitte Mai berichten. Dann nämlich gibt es ein zweites Treffen der Gruppe, ganz im Sinne der pädagogischen Evaluation.