Auszeichnung Große Ehre für Traute Theurer

Traute Theurer.  Foto: Martin Kalb
Traute Theurer. Foto: Martin Kalb © Foto: Foto: Martin Kalb
Julia Schweizer 05.12.2016

„Vorbilder, Sinnstifter und Brückenbauer“ – das sind für Ministerpräsident Winfried Kretschmann 20 Bürger, die er am Samstag mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet hat. Unter ihnen sind auch zwei seit Jahrzehnten ehrenamtlich engagierte Menschen aus dem Kreis Ludwigsburg: die Bietigheimer GAL-Fraktionschefin und Vorsitzende des Dachverbands Natur, Traute Theurer, sowie Gerhard Ziegler aus Ditzingen, Präsident der Wirtschaftsprüferkammer Stuttgart und Richter an der Kammer für Steuerberatersachen sowie Honorarkonsul für Dänemark. Der vorbildliche freiwillige Einsatz der Ehrenamtlichen könne die Ausbreitung populistischer Kräfte eindämmen, sagte der Ministerpräsident bei der Verleihung anlässlich des Tags des Ehrenamts am Samstag in Stuttgart.

Traute Theurer sei ein gutes Beispiel dafür, dass Ökologie und Ökonomie sich nicht zwingend unversöhnlich gegenüberstehen müssen, sondern dass mit einer großen Portion Vernunft meist ein guter Kompromiss zu finden ist, heißt es in der Laudatio. „Unabhängig, kritisch, aber konstruktiv“ begleite sie seit über 20 Jahren die Entwicklung ihrer Stadt, angefangen mit der Bürgerinitiative gegen die Müllverbrennungsanlage. „Sie ist ein Vorbild, wenn es darum geht, was bürgerschaftliches Engagement auf lokaler Ebene leisten kann.“

Für Traute Theurer kam die Nachricht über die Auszeichnung sehr überraschend. „Oh Gott, was ist jetzt passiert?“, habe sie gedacht, als sie im Oktober einen Brief mit Absender Staatsministerium bekommen habe. Nach dem Öffnen sei sie immer noch „geplättet und etwas ungläubig“ gewesen, „warum ich?“, habe sie sich gefragt. „Das hab ich erst mal verdauen müssen.“

Über die kleine Feier anlässlich der Verleihung und die Auszeichnung freut sie sich dennoch – auch wenn sie „es eigentlich nicht so sehr mit Orden- und Ehrenzeichen hat“ und dafür auf den Schnittkurs verzichten musste, den der Obst- und Gartenbauverein, dessen Vorsitzende sie ebenfalls ist, an diesem Tag veranstaltete. „Leider konnte ich nur fünf, sechs Begleiter mitbringen, und nicht den halben OGV“, sagte sie – umso mehr freute sie sich, dass auch ihre in Hamburg und Jena lebenden Kinder dabei sein konnten. „Meine Familie hat viel mitgetragen, wenn ich ehrenamtlich unterwegs war.“ Mit dabei waren auch eine langjährige Freundin und ihr Fraktionskollege Albrecht Kurz. Julia Schweizer