Richtfest Gotteshaus nimmt Formen an

Der Rohbau der Kirche der syrisch-orthodoxen Gemeinde ist fertig. Am Freitag wurde Richtfest gefeiert.
Der Rohbau der Kirche der syrisch-orthodoxen Gemeinde ist fertig. Am Freitag wurde Richtfest gefeiert. © Foto: Werner Kuhnle
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 23.06.2018

Große Freude bei den Mitgliedern der syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde „Mor Petrus & Paulus“: Ihr Kirchenbau in den Hopfengärten macht Fortschritte, am Freitag konnte das Richtfest gefeiert werden. „Langsam aber sicher nimmt ein lang gehegter Traum sichtbare Formen an“, sagte der Erste Vorsitzende Numan Acar vor zahlreichen Gästen, darunter Mitgliedern der Kirchengemeinde, der am Bau beteiligten Firmen und des Gemeinderats.

Im November 2016 war der erste Spatenstich für das Gotteshaus nach den Plänen von Architekt Thomas Isa aus Göppingen am südlichen Ortsrand von Bissingen ausgeführt worden. Die Kirche, die nun im Rohbau fertig ist, soll Platz für 600 Besucher bieten, nebenan entsteht ein Gemeindehaus. Laut Acar befindet sich das Vorhaben im Zeitplan, es soll voraussichtlich im Frühjahr 2019 fertig werden.

Schwierige Vorgeschichte

Oberbürgermeister Jürgen Kessing wünschte der Kirchengemeinde dazu ein „weiterhin glückliches Händchen“. Das Bauwerk sei „ein sichtbares Zeichen nach außen“, sagte er in seiner Ansprache. Während andere Kirchengemeinden schrumpften und sich überlegen müssten, wie sie ihre Gebäude anderweitig nutzten, habe sich die syrisch-orthodoxe Gemeinde entschlossen, dieses Neubauprojekt zu stemmen.

Kessing erinnerte aber auch an die schwierige Vorgeschichte. „Es war kein einfacher Weg bis heute.“ Jahrelang sei um ein Grundstück in der Stadt gerungen worden. Als man dann das jetzige Areal gefunden hatte, erhoben sich Proteste aus der Nachbarschaft. Vor allem die Verkehrssituation galt als Stein des Anstoßes. Ein Jahr, nachdem sich der Gemeinderat im Februar 2015 mit großer Mehrheit für den Bebauungsplan im Bereich Hopfengärten ausgesprochen hatte, lagen alle Planungen darnieder. Eine Bürgerinitiative strebte sogar eine Landtagspetition an – die allerdings abgelehnt wurde.

Auch die Finanzierung des Projekts sei nicht einfach gewesen, sagte Kessing. Unglaublich viele Spenden hätten zur Realisierung beigetragen, eine siebenstellige Summe sei als Sicherheit nötig gewesen. Zur genauen Höhe der Kosten will die Kirchengemeinde keine Angabe machen. Man bewege sich aber im gesetzten Budget, betonte der Vorsitzende Numan Acar.

Zur syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde zählen, alle Familienmitglieder einbezogen, 2- bis 3000 Menschen aus Bietigheim-Bissingen und Umgebung.

Zum Richtfest durfte der traditionelle Richtspruch durch einen Mitarbeiter des Bauunternehmens Wildermuth aus Bietigheim-Bissingen ebenso wenig fehlen wie einige Worte des Dekans Abdulahad Kis Afrim auf Aramäisch, der Sprache der syrisch-orthodoxen Christen. Der Name der neuen Kirche steht auch schon fest: Sie wird „St. Petrus & St. Paulus“ heißen, ein Name, der 2016 per Los bestimmt wurde.

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