Gericht Geständige Kokain-Dealer zu milden Strafen verurteilt

Ludwigsburg / bz 11.11.2016

 Nach fünfmonatiger Hauptverhandlung hat das Stuttgarter Landgericht jetzt zwei Ludwigsburger Rauschgiftdealer wegen Rauschgifthandel mit großen Mengen zu Strafen zwischen zweieinhalb und zweidreiviertel Jahren verurteilt. Das Gericht stellte fest, dass das Duo Anfang letzten Jahres über ein Kilo Marihuana und Kokain im Wert mehrerer 100 000 Euro eingekauft und gewinnbringend verkauft hatte.

 Besonders die Droge Kokain sei für die Konsumenten, welche abhängig geworden sind, verheerend für deren Gesundheit, sagte die Vorsitzende Richterin der 17. Großen Strafkammer des Landgerichts Stuttgart, gestern in der Urteilsbegründung.  Diese Erkenntnis sei auch der Aspekt für das hier ergangene Urteil gegen die beiden 28- und 35-jährigen Männer mit türkischen Wurzeln, so das Urteil.

Vorteil Geständnis

Dabei haben die Richter der 17. Kammer wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass die beiden Angeklagten letztlich doch noch umfangreiche Angaben zur Herkunft des Rauschgiftes machten und bezüglich ihrer Tat geständig waren, wenngleich sie zu Beginn des Verfahrens im Juni dieses Jahres noch von ihrem Recht, keinerlei Aussagen zu machen, Gebrauch gemacht hatten. Schließlich aber wurden sie auch – unabhängig von den Geständnissen – durch die Ermittlungsarbeit der Polizei und nicht zuletzt durch die Überwachung ihrer Handy-Kommunikation eindeutig überführt.

Gericht nennt Drogenwert nicht

Im Januar vergangenen Jahres gingen durch ihre Hände Marihuana und Haschisch im Kilobereich. Die Drogen stammten von einer türkischen Gruppe aus Köln. In Mannheim wurde das Rauschgift gegen Barzahlung übergeben. Bei einem weiteren Drogendeal im August letzten Jahres wurden 300 Gramm Kokain, die ebenfalls von der Kölner Gruppe stammen sollen, eingekauft und an Abhängige portionsweise mit Gewinn abgegeben.  Der tatsächliche Einkaufspreis der Droge ist in dem Verfahren nicht genannt worden. 

Nachdem die Polizei Ende letzten Jahres den SMS- und Handy-Verkehr der Angeklagten ausgewertet hatte, konnten sie am 11. Dezember in ihren Ludwigsburger Wohnung festgenommen werden. Dabei fanden die Ermittler noch 99 Gramm Kokain fertig verpackt in der Wohnung des Jüngeren. Bei der Polizeiaktion im Dezember sind noch weitere mutmaßliche Rauschgifttäter ins Netz gegangen, die zum Teil inzwischen vom Amtsgericht Ludwigsburg, aber auch vom Landgericht Heilbronn schon abgeurteilt wurden. Bernd Winckler

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