Die Staatsanwältin geht von mindestens elf Kilo verschiedener Rauschgiftprodukte aus, die eine 45-jährige Frau mit ihrem 23-jährigen Sohn aus Bietigheim-Bissingen und dessen Freundin aus Ludwigsburg allein von März bis Mai 2019 von der Wohnung des aus Litauen stammenden dritten Angeklagten an Kunden mit Gewinn verkauft habe.

Mutter verwaltet Geld

Den Hauptanteil der Drogengeschäfte jedoch wirft die Anklägerin der 45-jährigen Frau und ihrem Sohn vor. Die Mutter habe nicht nur die Verkaufspreise gewusst, sondern auch den Gewinn des Sohnes – unter dem Strich rund 30 000 Euro – verwahrt. Selbst als die Polizei am 3. Juni letzten Jahres zur Wohnungsdurchsuchung erschien, habe sie diese Geldbündel im Schlafzimmer vor den Fahndern versteckt. Vergeblich: Das Geld wurde gefunden. Die Mutter ist wegen Beihilfe zum Drogenhandel und Geldwäsche angeklagt.

Sechs Prozesstage sind von der Stuttgarter Strafkammer terminiert worden, um diese große Drogengeschichte aufzuklären und vor allem zu ermitteln, woher das Rauschgift stammt und wer es dem Trio geliefert hatte. Vorgesehen waren Vernehmungen von Zeugen, darunter auch bereits abgeurteilte Rauschgifttäter. Möglicherweise können diese Zeugen jetzt wieder ausgeladen werden, denn die drei Beschuldigten wollen die Vorwürfe bereits jetzt am dritten Verhandlungstag einräumen – mit der Hoffnung auf Strafrabatt.

Schon am ersten Prozesstag waren diese Geständnisse angedeutet worden, allerdings mit der Einschränkung, dass es keinesfalls elf Kilo Drogen waren, sondern weitaus weniger. Allerdings weiß die Staatsanwaltschaft aus den sichergestellten Mengen, dass man in der Wohnung des Paares 850 Gramm Marihuana mit einem 16-prozentigen Reinheitswert vorrätig gehalten habe.

DNA-Beweise

Außerdem sprechen die technischen Beweise eine andere Sprache: Die DNA und die Fingerabdrücke vom Freund der 29-Jährigen decken sich genau mit denen auf verschiedenen sichergestellten tatbezogenen Asservaten. Über eine Verteidiger-Erklärung sollen dazu die Geständnisse am nächsten Verhandlungstag abgegeben werden.

Am dritten Verhandlungstag am vergangenen Montag gab’s vom Vorsitzenden Richter der Strafkammer eine Standpauke für die 29-Jährige in Haft befindliche Freundin des Hauptangeklagten. Das Gericht hat erfahren, dass sie ihre Haftzelle mit Farben verunstaltet hat. Am 31. Januar soll der Prozess enden.