Baustellenrundfahrt Gemeinderat besichtigt die Baustellen der Stadt

Es ist Tradition, dass sich die Gemeinderäte am Pferdemarktdienstag die Baustellen der Stadt anschauen. Start der diesjährigen Tour war das Zwangsarbeiter-Mahnmal am Bahnhof.
Es ist Tradition, dass sich die Gemeinderäte am Pferdemarktdienstag die Baustellen der Stadt anschauen. Start der diesjährigen Tour war das Zwangsarbeiter-Mahnmal am Bahnhof. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 06.09.2018

Immer am letzten Pferdemarkttag geht die Stadtverwaltung auf Baustellentour durch die Stadt Bietigheim-Bissingen. Diesen Dienstag starten die Gemeinderäte mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing, Bürgermeister Joachim Kölz und Verwaltungsmitarbeitern am Zwangsarbeiter-Mahnmal am Hauptbahnhof. Dort erklärte Dr. Isabell Schenk-Weininger, Leiterin der Städtischen Galerie, was es mit dem Mahnmal auf sich hat: „Es ist bewusst sehr zurückhaltend und auf Irritationen ausgelegt.“

Neubau erntet Lob

Weniger Irritationen, dafür viel Lob gab es bei der Besichtigung des Neubaus der Schillerschule in Bissingen. Rektorin Alexandra von Ostrowski sagte zur neuen Mensa: „Es ist ein wunderschöner Raum geworden und ich bin sehr glücklich.“ Dem stimmten die Gemeinderäte zu. Thomas Wiesbauer, CDU, beispielsweise lief durch den Neubau mit einem anerkennenden „Wahnsinn“ und FW-Rätin Petra Kühlthau sagte, dass der Neubau sehr gelungen sei. Mit der Besichtigung wurde der Bau zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, sagte Angelika Blei, stellvertretende Leiterin des Hoch- und Tiefbauamts. Noch sind einige Lampen verpackt und Fußmatten noch nicht ausgerollt.

Mit den 1100 Quadratmetern des Neubaus kann die Schillerschule ihre Ganztagsbetreuung von drei- auf vierzügig ausbauen. Damit sind es im neuen Schuljahr, das am Montag beginnt, 350 Schüler. „Mit dem Ausbau wollten wir die Hillerschule entlasten“, sagte Kessing. Künftig werden die Kinder aus dem Ellental und Kreuzäcker in der Schillerschule unterrichtet. Dafür wurden bereits vor dem Neubau die Schulbezirke geändert. Die Hillerschule könne so zur Ganztagsschule werden und sich gleichzeitig von vier- auf dreistufig reduzieren.

Da der Durchbruch zum Altbestand sowie die Außenanlagen noch nicht fertig sind, gibt es keine endgültigen Zahlen zu den Baukosten. Doch rechnet die Stadt mit circa 6 Millionen Euro. Davon kostet der Neubau 5,6 Millionen Euro und die Sanierung des Altbaus rund 400 000 Euro. Zuschüsse erhält die Stadt in Höhe von rund 1,133 Millionen Euro. Der Neubau wird zum neuen Schuljahr fertig sein, doch die Außenanlagen noch nicht. Der vordere Bereich werde in den ersten beiden Schulwochen fertiggestellt und der hintere in den Herbstferien, so Blei.

Im unteren Stockwerk befindet sich die Mensa, die aber auch eine Aula-Funktion innehaben soll, so Rektorin von Ostrowski. An der Schule gebe es sehr viele Veranstaltungen und Darbietungen der Schüler, deswegen sei die Akustik ein wichtiger Aspekt gewesen. Dazu gibt es auf knapp 80 Quadratmetern eine Vorbereitungsküche. „Es wird hier nicht gekocht, sondern angeliefertes Essen vorbereitet und verteilt“, erklärte Blei. In den oberen Stockwerken befinden sich Klassen- und Lehrerzimmer, Gruppenräume, sowie Räume für die Verwaltung. Der Neubau ist komplett barrierefrei und damit nun auch der Altbestand.

Grün dominiert

Als Farbkonzept wählte die Bauleitung grün. Sei es die Lampen an der Decke, die Schränke und Stühle in den Zimmern oder sogar die Toilettenfliesen, alles ist in verschiedenen Grüntönen gehalten. „Die Grundschüler sollen sich hier wohlfühlen“, sagte die stellvertretende Bauamtsleiterin. „Wenn sie mal wirklich schöne Toiletten sehen wollen, werfen sie hier einen Blick rein“, betonte sie gegenüber den Gemeinderäten. Viel beeindruckender waren jedoch die wichtigeren Räume: die Klassenzimmer. Ein großer internetfähiger Touch-Display in jedem Zimmer helfe den Lehrern, neue Unterrichtswege zu gehen. „Allerdings ist man abhängig von Strom und Internet“, sagte Rektorin Alexandra von Ostrowski. „Wir hatten jetzt erst drei Wochen lang kein Internet“, prangert sie an. Deswegen gebe es noch ausklappbare Whiteboards, die mit Stiften beschrieben werden können.

Moderne Einrichtung

Auch die Lüftungsanlage verspricht Besserung gegenüber dem Altbau. In jedem Aufenthaltsraum sind dezentrale Lüftungsanlagen, die für frische Luft sorgen, die fürs Lernen so wichtig ist, sagt Blei. So müsse kein Fenster geöffnet werden, wodurch immer auch Straßenlärm in die Zimmer gelange. „Wir hoffen, dass es nicht zu warm wird im Sommer“, sagt von Ostrowski jedoch mit Blick auf die große Fensterfront in einem der Zimmer. Doch Blei beruhigt: „Das Gebäude wird sich viel weniger erwärmen als der Altbau.“

Info Weitere Stopps bei der Baustellenrundfahrt waren das Industriegebiet Laiern, der Schulersatzbau in der Schwarzwaldstraße sowie die dortige Kreuzung mit der Sachsenheimer Straße. Mehr dazu gibt es in der morgigen Ausgabe.

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