Damit, dass es Reaktionen geben würde, hat der Bietigheimer Ortsverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schon gerechnet, als er seine Aktion entlang der Metterzimmerer Straße Ende März startete. Wie berichtet wurden dort 60 gelbe Pfeile aufgestellt, um Stellen zu markieren, an denen Abfall hinterlassen wurde. Nun sind diese Reaktionen auch tatsächlich eingetreten. Zuerst hat in der vergangenen Woche jemand mehrere Pfeile zusammengestellt, den Müll, auf den diese hinweisen sollen, eingesammelt und in einem Plastiksack verstaut, letzteren dann zwischen den wie ein Papierkorb aufgestellten Pfeilen verstaut. Das sei „noch kreativ“ gewesen, findet Gertrud Teske, die Vorsitzende des BUND-Ortsvereins.

Am Freitag allerdings wurden laut BUND rund zwei Drittel der Pfeile herausgerissen, drei Stück abgebrochen. Das Banner mit der Aufschrift „Für eine saubere Stadt, wirf nix weg, sonst sieht es sooo aus“ wurde umgebogen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit dürfen die Pfeile und das Banner nicht fest fixiert werden, sagt Teske, der oder die Täter hatten also leichtes Spiel. Der BUND hat nun bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt, letztere erhofft sich Hinweise aus der Bevölkerung. Die Pfeile selbst haben die BUND-Mitglieder am Wochenende wieder aufgestellt – mit Ausnahme der drei zerbrochenen.

Beirren lassen, wollen sich Gertrud Teske und ihre Mitstreiter von dem Vandalismus in ihrem Kampf gegen den achtlos weggeworfenen Müll nicht, im Gegenteil. Aktuell wurde ein Flyer gestaltet, der dafür sensibilisieren soll, dass Müll ein wertvoller Rohstoff sei, der durch das Wegwerfen dem Recycling entzogen und nur noch verbrannt werden könne. Beim Rasenmähen werde der Abfall geschreddert und verkleinert, und diese Mikroplastikteile würden schließlich Erde und Wasser vergiften, heißt es darauf. Der Flyer soll in den Geschäften ausgelegt werden.

Darüber hinaus schwebt dem BUND bereits die nächste Aktion vor, wenn die gelben Pfeile nach Ostern an ihrem jetzigen Standort abgebaut werden. Wenn die Stadt zustimme, wolle man die „Müllanzeiger“ einen Tag lang im Bürgergarten anbringen, um auch da auf unliebsame Hinterlassenschaften hinzuweisen, so Initiatorin Gertrud Teske.