Neuausrichtung Geiger baut Stellen in Bissingen ab

Die Firma Geiger zieht Konsequenzen aus Preisdruck und Kostensteigerungen bei bestimmten Sonnenschutz-Antriebssystemen. Am Standort Bissingen wird dies auch Jobs kosten.
Die Firma Geiger zieht Konsequenzen aus Preisdruck und Kostensteigerungen bei bestimmten Sonnenschutz-Antriebssystemen. Am Standort Bissingen wird dies auch Jobs kosten. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Andreas Lukesch 16.08.2018

Die schlechte Nachricht über die „Neuausrichtung“ der Gerhard Geiger GmbH & Co. KG erreichte die Belegschaft am Mittwochnachmittag: Das Bissinger Unternehmen, das seit 1952 Antriebstechnik für Jalousien, Markisen und Rollladen herstellt, wird das Produktsortiment „straffen“, wie es in einer Mitteilung heißt, und sich auf ertragsstarke Bereiche konzentrieren.

Das bedeutet für die Belegschaft: Ein Teil der Stellen wird „voraussichtlich“ abgebaut. Auch betriebsbedingte Kündigungen werden nicht ausgeschlossen. In welchem Umfang der Stellenabbau erfolgen soll, wollte Markus Sautter, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Geiger, auf Nachfrage nicht sagen. Entscheidungen hinsichtlich der einzelnen Maßnahmen erfolgten in den nächsten 12 bis 24 Monaten und „nach intensiver Beratung mit den Arbeitnehmervertretungen“, heißt es. Ziel sei es, den Stellenabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

320 Mitarbeiter

Derzeit arbeiten bei Geiger am einzigen Standort des Unternehmens an der Schleifmühle in Bissingen 320 Mitarbeiter.

Geschäftsführer Roland Kraus ließ verlauten: „Der Erhalt der Firma Geiger als profitabler Industriebetrieb ist das oberste Ziel.“ Das funktioniert aber offensichtlich nicht mehr mit der derzeitigen Produktpalette. Im Gespräch mit der BZ ließ Sautter durchblicken, dass vor allem die Herstellung der elektronischen Antriebe unter Druck geraten ist, während das Kerngeschäft mit mechanischen Antrieben gestärkt werden könnte. Noch aber scheint alles offen, zumal bei den Empfehlungen der eingeschalteten Unternehmensberatung Kosteneinsparungen, die laut Sautter „auch gegriffen haben“, noch nicht eingerechnet seien.

Als Ursache für die Schieflage nannte Sautter unter anderem die wachsende Konkurrenz aus Asien, vor allem China, die zu einem deutlichen Preisverfall im Markt führe. Aber auch die gestiegenen Material- und Lohnkosten machen die Angebote von Geiger in Teilen nicht mehr wettbewerbsfähig. Die defizitären Bereiche habe man lange Zeit etwa durch neue Fertigungsanlagen kompensieren können. Mittlerweile sei aber der Preisdruck so hoch, dass in einzelnen Bereichen nicht mehr wirtschaftlich produziert werden könne.

Kraus ist ab September alleiniger Geschäftsführer bei Geiger. Der noch amtierende Geschäftsführer für Vertrieb, Entwicklung, Konstruktion und Produktmanagement, Dr. Marc Natusch, verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Im September 2015 ist Geiger auch in das Zukunftsfeld Smart Home eingestiegen und ging zur Entwicklung von intelligenten Sonnenschutz-Systemen eine strategische Partnerschaft mit der in Passau beheimateten Automatisierungsfirma Loxone ein.

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