Tourismusbericht Gefragt: Ideen für Stadtführungen

Eine Stadtführung mit Küchenmagd Ursel, hier am Unteren Tor. Die Nachfrage nach Führungen in Bietigheim hat in den letzten Jahren nachgelassen.
Eine Stadtführung mit Küchenmagd Ursel, hier am Unteren Tor. Die Nachfrage nach Führungen in Bietigheim hat in den letzten Jahren nachgelassen. © Foto: Martin Kalb
Uwe Mollenkopf 05.07.2018

Der Nachtwächter, Hanna Hornmold, Antonia Visconti oder Küchenmagd Ursel – eine ganze Reihe von Kostümführern steht bereit, um Besucher unter einem thematischen Schwerpunkt durch die Bietigheimer Altstadt zu führen. Hinzu kommen die „normalen“ Führungen, ohne Kostüm. Doch immer weniger Gäste nutzen das Angebot. Seit dem Jahr 2013 ist die Zahl rückläufig, auch 2017 ging es weiter nach unten, wie dem Tourismusbericht der „3B-Städte“ zu entnehmen ist, den Tourismus-Manager Eric Reiter am Dienstag im Ausschuss für Verwaltung und Finanzen vorstellte. Mit neuen, innovation Angeboten will Reiter dagegenhalten.

Als positiv wertet der Tourismus-Experte, dass die Theaterstadtführung, die im Juni in Bietigheim-Bissingen Premiere hatte, gut angenommen worden sei. Die Nachfrage sei höher gewesen als die maximale Teilnehmerzahl, so Reiter. Auch die neuen Segway-Touren kämen gut an. Reiter führt das darauf zurück, dass inzwischen das Potenzial bei den „Klassikern“ ausgeschöpft sei.

Es sei festzustellen, dass das Interesse an diesen Führungen bei den Bietigheim-Bissingern nachgelassen habe, bei Gästen von weiter her sei es jedoch gleichbleibend.

Auf eigene Faust unterwegs

In Zahlen ausgedrückt: Wurden 2013 insgesamt 8670 Führungsteilnehmer und 471 Gruppen gezählt, waren es 2017 noch 5501 Teilnehmer und 339 Gruppen. Im Jahr davor, 2016, hatten 6159 Gäste an einer Stadtführung teilgenommen, es gab 355 Gruppen, so der Bericht.

Daher seien nun Ideen gefragt, wie man mit neuen Führungen wieder mehr Publikum anziehen könne. Es müssten „weiterhin attraktive und neue Stadtführungen dazukommen, um das Besucherniveau halten zu können und nicht weiter abzurutschen“, stellt Reiter in seiner Bilanz fest. Er denkt dabei nicht unbedingt an weitere Kostümführungen, denn bei diesen gebe es bereits ein großes Portfolio, sondern an Innovativeres. Ganz sei der Rückgang aber wohl nicht abzufedern, auch wenn sein Team alles tue, „um sehr attraktiv zu bleiben“, so Reiter gegenüber der BZ.

Weniger Führungsteilnehmer heiße zudem nicht unbedingt weniger Touristen, sagt Reiter. Obwohl es nicht quantifizierbar sei, gehe er davon aus, dass viele Gäste auf eigene Faust die Stadt erkundeten. Einen Hinweis darauf gibt die Zahl der Besucher in der Touristen-Information in Bietigheim-Bissingen: Die ist laut dem Toursimus-Bericht nicht gesunken, sondern mit gut 20 500 Gästen gegenüber 2016 in etwa gleich geblieben.

Auslastung relativ hoch

Was die Übernachtungen betrifft, so schlug sich darin die Tatsache, dass letztes Jahr Frauen-Handball-WM war, nicht sichtbar nieder. Gezählt wurden 2017 in Bietigheim-Bissingen 37 781 Ankünfte und 88 146 Übernachtungen, im Jahr 2016 waren es 39 994 Ankünfte und 88 895 Übernachtungen. Dabei spiele aber auch eine Rolle, dass im Vergleich zu 2016 die Zahl der Betriebe, die in der amtlichen Übernachtungsstatistik auftauchen, von 14 auf 13 zurückgegangen ist. Hat ein Betrieb weniger als 10 Betten, fällt er raus. Die Bettenzahl lag 2017 bei insgesamt 577.

Entscheidend sei, so Reiter in seiner Analyse, dass die Auslastung stabil sei. Die Zahl von 41,9 Prozent Auslastung für 2017 sei „relativ hoch“, so der 3B-Tourismusmanager. Bei den Privatquartieren und Ferienwohnungen unter 10 Betten stieg die Übernachtungszahl von 2782 im Jahr 2016 auf 2826 im Jahr 2017.

Einen deutlichen Zuwachs gab es im vergangenen Jahr bei den Touristen, die mit dem Wohnmobil kamen. Während 2016 auf den drei Plätzen in Bietigheim 543 Übernachtungen registriert wurden, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 706. Allerdings weist der Wohnmobil-Tourismus in den letzten Jahren erhebliche Schwankungen auf.

Neue Impulse erhofft sich Eric Reiter durch den Ausbau des Weintourismus. So soll in diesem Jahr am 19. August im „3B-Land“ der Wandertag „Wein-Höhepunkte“ stattfinden. Dafür habe es auch im Ausschuss viel Lob gegeben.

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