Für Musikschulleiter Reimund Schiffer und Orchesterleiter Steve Adams ist der Festakt anlässlich der Feier des 20-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Overland Park, USA, und Bietigheim-Bissingen weit mehr als nur eine formelle Angelegenheit. „Seit 32 Jahren sind Steve und ich eng befreundet“, so Reimund Schiffer. „Wir sind stolz darauf, dass die Städtepartnerschaft in den letzten 20 Jahren so gewachsen ist und so viele Freundschaften vertieft hat.“ Auch Steve Adams freute sich, an diesem Ereignis teilzunehmen. „Alte Freundschaften werden heute erneuert und gefestigt.“

Wiedersehensfreude

Ihre Wiedersehensfreude teilten sie mit den Musikern des Jugendblasorchesters der Musikschule im Schloss und der Shawnee Mission South Band aus Overland Park. Über 50 Jugendliche waren für vier Tage bei Gastfamilien untergekommen, um ein umfangreiches Besuchsprogramm zu absolvieren, unter anderem mit Ausflügen nach Heidelberg und in den Schwarzwald, und um gemeinsam zu musizieren. Seit 40 Jahren gibt es den musikalischen Austausch zwischen den beiden Orchestern, seit 20 Jahren die Städtepartnerschaft, die einzige, die Overland Park unterhält.

Oberbürgermeister Jürgen Kessing betonte in seiner Ansprache das Außergewöhnliche dieser Verbindung. Er bedankte sich bei den Initiatoren, besonders bei dem ebenfalls anwesenden Oberbürgermeister a.D. Manfred List, der diese Partnerschaft ins Leben gerufen hatte: „Er war der erste Cowboy, der von Bietigheim-Bissingen nach Overland Park geritten ist.“ Man habe den festen Willen, die Städtepartnerschaften, die viele intensive Freundschaften entstehen haben lassen, noch enger zu knüpfen. Gemeinsam wolle man „einen Beitrag zur Völkerverständigung und zur Sicherung von Frieden und Freiheit in der Welt leisten.“

Bürgermeister Carl Gerlach aus Overland Park stellte fest: „Wahre Freundschaft kann so einfach sein, unsere ist von einem unglaublichen Erfolg gekrönt.“ Als Geschenk überreichte Carl Gerlach eine Pferde-Skulptur aus Bronze und speziell an Jürgen Kessing einen typischen Cowboy-Gürtel mit eingraviertem Namen. Kessing überreichte ein Bild von Robert Würth, mit „Grüßen von der Enz“ und einen einheimischen Gin. Anschließend unterzeichneten beide Bürgermeister unter viel Beifall die Bekräftigungsurkunde zur Städtepartnerschaft.

Umrahmt wurden die Festreden vom Spiel des Jugendblasorchesters der Musikschule unter der Leitung von Sandra Kaltenbrunn und der Shawnee Mission South Band mit Orchesterleiter Steve Adams, die jeweils eine Kostprobe ihres hohen musikalischem Könnens gaben und für stehende Ovationen und viel Beifall bei den geladenen Gästen sorgten. „Da sind viele Erinnerungen wach geworden“, so eine Dame, deren Sohn vor 14 Jahren selbst in dem Jugendorchester spielte. Deutlich war zu spüren: Freude und Verbundenheit der Anwesenden waren authentisch. In politisch unsicheren Zeiten, auch und gerade mit den USA, zeigte sich hier einmal mehr, dass Musik eine Verbindung ist, die alle politischen und gesellschaftlichen Grenzen überwindet. „Es wäre schön, wenn sich alle Menschen so gut wie wir hier verstehen würden, dann hätten wir keine Probleme“, so das persönliche Fazit von Jürgen Kessing.