Seit fast 30 Jahren stehen Peter Morscheck und Chris Burgmann gemeinsam auf der Bühne, als Musiker und Freunde. Auf die Frage, wie sie es geschafft haben, so lange Zeit zusammenzubleiben, antwortet Chris Burgmann schmunzelnd: „Wir wollten uns schon lange trennen, aber wir hatten für eine Trennung einfach keine Zeit.“

Duo ist produktiv

Denn auch wenn öffentliche Liveauftritte nur sporadisch stattfinden, ist das Gitarren-Duo durchaus produktiv. Mehrere CDs und Notenbücher mit Eigenkompositionen sind erfolgreich auf dem Markt, weitere sind geplant. Demnächst sollen ihre Kompositionen als Background für Dokumentationsfilme auf einer Online-Plattform zur Verfügung stehen.

Am Freitagabend boten die Musiker zusammen mit Susan Crawford an der Violine im vollbesetzten Kleinkunstkeller einen Querschnitt aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit. „Eine Art internes Best of“, so Chris Burgmann im Gespräch mit der Bietigheimer Zeitung, sei das Programm, das sich aus Songs von der aktuellen CD „Storyteller“ und aus Kompositionen, die noch nie live oder fast 30 Jahre nicht mehr gespielt wurden, zusammensetzte.

Beim Publikum kam diese Mischung sehr gut an, sowohl der mit viel Selbstironie gewürzte, verbale Schlagabtausch als auch die melancholisch geprägten leisen Töne der technisch brillant gespielten Songs. „Ich finde diese Kombination aus Gitarren und Violine sehr schön“, so eine Besucherin des Konzerts. „Susan Crawford bringt sich mit viel Gespür im richtigen Maß ein und ergänzt das Duo perfekt.“

Die Musik von Morscheck und Burgmann lebt von Neuinterpretationen irisch-schottischen Liedguts, aber auch William Shakespeare oder die Beatles bieten kreative Ideen für neue Songs der beiden hauptberuflichen Musiklehrer, teilweise untermalt von Burgmanns ausdrucksstarker Stimme. Mit zu den schönsten Songs zählen „Snowflake in the Wind“ und „Heart Lake“ aus der aktuellen CD.

Lob von Reinhard Mey

Für diesen Song gab es sogar großes Lob von Reinhard Mey persönlich, mit dem Chris Burgmann auch musikalisch immer wieder einmal zusammenarbeitet. Der irische Harfenspieler Turlough O’Carolan (1670 bis 1738), der über 200 Melodien komponierte, inspirierte das Gitarren-Duo zu harmonischen Untermalungen, die diese ursprünglich klassisch geprägte Musik zeitlos werden lassen.  Zwischendurch überraschten Morscheck und Burgmann aber auch mit der Einlage des James-Bond-Themas und plauderten über die Entstehung ihrer Lieder: „Einige Songs entstehen durchaus durch individuelle Fehler beim Spielen, wobei wir dann feststellen, das klingt ja viel besser als gedacht und dann wird daraus ein neuer Song“, erklärte Chris Burgmann.

Das Trio begeisterte über zwei Stunden das Publikum und bedankte sich mit zwei Zugaben. Der endgültige Abgang von der Bühne hat Kultstatus: Zu den leisen Klängen einer Spieluhr und bei langsam verlöschendem Licht verlassen die Musiker die Bühne. „Ein familiärer Abend“, so Kulturamtsleiter Stefan Benning, der sich über das volle Haus freute. „Es ist schön, dass unsere Lokalmatadore so viel Anklang finden, das möchten wir auch immer wieder gern mit solchen Auftritten unterstützen.“