Sport Förderung für Talente auf Stundenplan

Von Walter Christ 23.07.2018

Um jungen Kadersportlern  zusätzliche Anreize zu bieten, beziehungsweise um sie halten zu können, sollen Talente für den Spitzensport nun auch in Bietigheim-Bissingen besonders über ein Früh-Training, das mindestens einmal pro Woche stattfindet, gefördert werden. Der Stadtverband für Sport (SVS) ist bereit, hierfür eine Anschubfinanzierung in Höhe von 4000 Euro zu leisten. Die restlichen 50 Prozent der jährlichen 8000 Euro Kosten soll möglichst die Stadt übernehmen; aber auch ein monatlicher Eigenanteil von 30 Euro der bisher 15 interessierten Youngsters ist vorgesehen.

Initiatoren der Talente-Förderung sind die Handballer der SG BBM und die Bietigheim Steelers. In Zusammenarbeit mit den Ellental-Gymnasien und der Realschule Bietigheim, bei denen das Vorhaben umgesetzt werden soll, wurde inzwischen folgendes Konzept erarbeitet: Jeden Dienstag- und Donnerstagmorgen stehen für die angehenden Spitzensportler jeweils 90 Minuten Zusatzsport auf dem Stundenplan. Der dafür ausgefallene Unterricht wird jeweils tags darauf nachmittags nachgeholt. Die Kosten für diese Deputate von Honorarkräften tragen Stadt und SVS.

Jens Rith, Team-Manager bei der SG BBM, erläuterte bei der jüngsten Hauptausschuss-Sitzung des SVS den Plan und wies dabei ausdrücklich darauf hin, dass dieses Angebot nach einer Anlaufzeit für alle Sportarten gilt und keinesfalls nur für Handball oder Eishockey. Die mehr als 40 Sportvereine in der Stadt seien deshalb auch diesbezüglich angeschrieben worden.

Laut Rith sind die benötigten Honorarkräfte weitestgehend vorhanden. Abgedeckt werden müssen die Fächer: Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Physik, Chemie, Biologie, Geschichte und Gemeinschaftskunde. Das Sondertraining soll bereits mit dem nächsten Schuljahr im September starten. Eine Teilnahme ist ab Klasse acht möglich.  Der SVS-Ausschuss stimmte in seiner Sitzung am Freitagabend beim Kanu-Club geschlossen dem Konzept samt der hälftigen Anschub-Beteiligung an der Kostendeckung zu.

Arbeitskreis zeigt Änderungen

Ein ebenso einstimmiges Ja gab es für geänderte SVS-Richtlinien beim seit Jahren viel diskutierten Thema Sportlerehrung. Hier hat ein eigens gebildeter SVS-Arbeitskreis mit Anette Wengert (BHTC), Stefan Benning (Sport- und Kulturamtsleiter), Uwe Careni (Judo-Club) und Jens Rith (SG BBM) die bisherige Handhabung für ehrenamtliche Funktionäre modifiziert. Allerdings: Der SSV kann lediglich Vorschläge machen. Das jeweilige Entscheidungsrecht hat bei diesem Thema ausschließlich der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats, zudem besitzt der Oberbürgermeister ebenfalls noch ein persönliches Vorschlagsrecht.

Ganz neu ist unter anderem, dass Schiedsrichter geehrt werden sollen. Beibehalten wird, dass die Sportler in Bietigheim-Bissingen wohnen oder einem hiesigen Sportverein angehören müssen. Ebenso bleibt es dabei, dass die Kriterien für Profisportler und Amateure gleich gelten. Allerdings sind einige weitere Abwägungen seitens der Stadt vorgesehen. Um allen Beteiligten eine bessere und stressfreiere Ehrungsauswahl zu ermöglichen, finden die künftigen Sportlerehrungen erst im März statt. Die nächste ist am 10. März 2019 im Kronenzentrum.

Die neuen Ehrungsvorschläge des SVS

Gold: Mindestens  20 Jahre als 1. Vorsitzender eines Vereins/SVS und weiteren herausragenden Leistungen. Hierüber entscheidet auf Vorschlag des SVS der Verwaltungs- und Finanzausschuss. Voraussetzung: Ehrung Silber.

Silber:  Mindestens 15 Jahre als 1. Vorsitzender eines Vereins/SVS oder 20 Jahre als Vorstandsmitglied oder Abteilungsleiter. Voraussetzung: Ehrung Bronze.

Bronze:  Mindestens 10 Jahre als 1. Vorsitzender eines Vereins/SVS oder 15 Jahre als Vorstandsmitglied, Abteilungsleiter, Kassenwart oder Jugendwart des Vereins.

Über die Ehrung weiterer Personen, die sich im Sport auf besondere Weise verdient gemacht haben, entscheidet auf Vorschlag des SVS der Verwaltungs- und Finanzausschuss.

Definitionen außerhalb der Richtlinien: Schiedsrichter/Kampfrichter, die in einer Sportart auf Bundesebene oder mindestens in der 3. Liga tätig sind. Danträger ab dem 4. Dan, die in einem vom DOSB anerkannten Fachverband verliehen wurden. Trainer werden mit ihren Sportlern geehrt. wcri

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