KFZ-Innung Fahrverbot für 50 000 Diesel im Kreis

Software-Uptdate bei einem VW-Dieselfahrzeug: Damit wollen die Hersteller ihre Autos sauberer machen, Kritikern reicht das nicht.
Software-Uptdate bei einem VW-Dieselfahrzeug: Damit wollen die Hersteller ihre Autos sauberer machen, Kritikern reicht das nicht. © Foto: dpa
bz 20.02.2018

Diese Woche entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, ob Fahrverbote ein zulässiges Mittel zur Schadstoffbelastung in Innenstädten sind. Würden in der Folge Fahrverbote verhängt, träfe dies Besitzer älterer Diesel-Modelle, die nicht die Schadstoffklasse 6 erreichen.

Jetzt hat die KFZ-Innung Region Stuttgart geschätzt, wie viele Fahrzeuge im Ernstfall ausgesperrt würden. 97 105 Diesel-PKW gibt es jetzt laut Zulassungsstelle noch im Kreis Ludwigsburg. Wie viele davon die Schadstoffklasse Euro 5 und schlechter haben, wisse aber keiner, da das Kraftfahrt-Bundesamt keine Zahlen liefere, heißt es in einer Mitteilung.

Einen Anhaltspunkt liefere aber die Situation in Stuttgart. Dort sind nach Berechnungen der Stadt „mehr als 57 Prozent und damit über die Hälfte alle Stuttgarter Dieselbesitzer von einem Fahrverbot betroffen, wenn es denn käme“, so Roger Schäufe von der Stuttgarter Innung.

Markus Klein, der Kreisvorsitzende der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, schätzt, „dass auch im Kreis Ludwigsburg zumeist die Menschen in den älteren Diesel unterwegs sind, die nicht genug Geld haben, um ihre Autos so mir nichts dir nichts auszutauschen.“ Die anderen hätten Herstellerprämien genutzt oder sich Euro-6-Gebrauchtwagen zugelegt. Im Januar 2017 seien nach den damaligen Kraftfahrt-Bundesamt-Zahlen im Kreis Ludwigsburg rund 81,1 Prozent aller Diesel oder 83 401 Diesel-Fahrzeuge von Fahrverboten bedroht gewesen: „Legen wir die Stuttgarter Zahlen zugrunde, wären es jetzt noch mindestens 47 000.“ Nach oben erreichen die Schätzungen bis zu 55 000 Fahrzeuge.

Die Händler tröstet nach eigenen Angaben, „dass die Nachfrage nach Autos noch nicht eingebrochen ist“, so Obermeister Torsten Treiber. 1673 Pkw-Neuzulassungen, die die Zulassungsstelle meldet, seien immerhin 191 mehr als vor einem Jahr im Januar. 1184 (plus 231/24,2 Prozent) dieser Neuzulassungen fielen auf Benziner und andere Antriebsarten. 489 Pkw hatten einen Dieselmotor (minus 40/7,6 Prozent). Damit liegt der Dieselanteil bei 29,2 Prozent. Insgesamt liegt die Zahl der Neuzulassungen im Kreis Ludwigsburg über dem Bundesdurchschnitt. 

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