Sommerprogramm Er hat den Blues im Gitarrenhals

Biber Herrmann sang auf dem Marktplatz.
Biber Herrmann sang auf dem Marktplatz. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Susanne Yvette Walter 21.07.2018

Obwohl er kein Farbiger ist und obwohl er auch eigentlich gar keine typische Bluesstimme hat, begeistert Biber Herrmann die Menschen mit seinem ursprünglichen Zugang zu Blues und Bluesrock. Er ist ein inzwischen bekanntes Beispiel für jemand, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Herrmann jongliert mit den Elementen des Blues ganz frei und doch immer im Genre und stilecht. Er ist ein Variationskünstler des Schemas und legt nicht nur seine eigenen Melodien, sondern auch seine eigenen Texte und Gedanken drumherum.

In Bietigheim war Biber Herrmann begeistert vom Ambiente unter den Marktplatzarkaden und von der Organisation. „Jeder holt hier selbst seinen Stuhl. Das nenne ich Interesse an Kultur“, stellt er fest. Die ersten Songs verraten schon, dass Biber Herrmann auch den Denkerblues hat und den auch vertont. Das Lied „Ladylike“ zum Beispiel handelt davon, dass wir oft unsere Ressourcen unterschätzen und an den falschen Stellen von Unsicherheit beherrschen lassen.

Biber Herrmann braucht keine Band. Er hat eine Gitarre. Gerne demonstriert er, wie diese die Band ersetzt. Er klopft auf den Korpus, schlägt mit der flachen Hand auf die Saiten, spielt die Basslinie, legt die Melodielinien obendrüber und fertig ist die Band.

Mit seiner rauchig-warmen Stimme gestaltet er seine Ansagen und seine Songs. Sie machen Gänsehaut genauso wie die Gitarrenriffs, die seine flinken Finger wie im Schlaf spielen. Seine Songs handeln vom ganz normalen Wahnsinn vom Scheitern und vom Neuanfang, vom Lieben, vom Leiden und vom Alltag.  In Bietigheim kommt Biber Herrmann sehr gut ein. Einmal warmgelaufen mit dieser Form der Singer-/ Songwriter-Poesie applaudiert das Markplatz-Publikum begeistert.

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