Die Ausschreibung hat ergeben, dass die Sanierung teurer wird“, mit diesen Worten leitete Bürgermeister Joachim Kölz den ersten Tagesordnungspunkt der Sitzung des Technischen Ausschusses am Donnerstagabend ein. Gemeint ist die energetische Sanierung der Ellentalgymnasien, genauer der zweite Bauabschnitt: der Mittelbau.

Bereits im Sommer 2016 beschloss der Gemeinderat die Sanierung. Damals berechnete das Architektenbüro Kosten in Höhe von knapp 576 715 Euro für die Abbruch- und Rückbauarbeiten der technischen Anlagen, den Schadstoffausbau und -entsorgung inklusive Baustelleneinrichtung (Los 1). In der Ausschusssitzung war nun die Rede von mehr als 746 272 Euro. Damit ist das abgegebene Angebot der Firma SR Umwelttechnik GmbH & Co. KG aus Holzgerlingen zirka 29 Prozent teurer als die Berechnung. Für das Los 2 soll die Stadt 300 092 Euro zahlen. Das Hoch- und Tiefbauamt hatte vor der Ausschreibung die Kosten auf 250 000 Euro geschätzt. Das Ausschreibungsergebnis liegt um 20 Prozent höher als die Kostenschätzung. Das Los 2 bedeutet ebenfalls Abbruch- und Demontagearbeiten, allerdings im Inneren des Hochbaus, die unabhängig von der energetischen Sanierung gemacht werden. Deshalb sind diese Arbeiten nicht in der Kostenberechnung zur Sanierung der Gymnasien enthalten.

Es gebe zwei Gründe für diese Kostensteigerung, erklärte Kölz. Zum einen liege diese Kostenberechnung einige Zeit zurück und zum anderen habe niemand mit einer derartigen Preissteigerung rechnen können. Wie berichtet, gab es in der Baubranche eine regelrechte Kostenexplosion. Das bekommt auch die Stadt Bietigheim-Bissingen in fast allen Bauprojekten zu spüren. So auch bei den Ellentalgymnasien, deren Sanierung sich auch deswegen verzögert habe, weil der Architekt gewechselt wurde. Insgesamt steigern sich die Kosten für den Mittelbau von rund 826 715 Euro auf mehr als 1,046 Millionen Euro (knapp 27 Prozent. „Wir empfehlen trotzdem die Vergabe“, sagte Kölz an den Ausschuss gerichtet. Denn eine erneute Ausschreibung würde wieder Zeit kosten und es sei kein günstigeres Ergebnis zu erwarten. Dieser Empfehlung ging der Technische Ausschuss einstimmig nach.

Nun kann es direkt losgehen mit den Demontage- und Rückarbeiten. Über den Winter werden sie vorgenommen, um dann im Frühjahr abschnittsweise die Fassade zu demontieren. SPD-Stadtrat Werner Kiemle merkte an, dass die Kostensteigerung ärgerlich sei, aber ändern lasse sich nichts. Beim Zeitplan hakte er nach. Denn ursprünglich war angedacht, den Mittelbau bereits am Juni dieses Jahres zu sanieren, nun starten die Arbeiten im Oktober. Welche Auswirkungen habe dies auf das gesamte Projekt, fragte Kiemle. Claus-Dieter Jaisle, Leiter des Hoch- und Tiefbauamts, erklärte: „Wir versuchen, das im weiteren Verlauf wieder aufzufangen.“ Ursprünglich war angedacht, die gesamte Sanierung im Sommer 2023 abzuschließen. Nun rechnet die Stadt mit Ende 2023. Im nächsten Schritt werden die technischen Gewerke und die Fassadenarbeiten ausgeschrieben. Die Fertigstellung des Mittelbaus ist für den Schuljahresbeginn 2021/2022 geplant.