Leser-Aktiv-Sommer Eintauchen in die Welt der Scheibenwischer

Bietigheim-Bissingen / Von Frank Ruppert 02.08.2018

Mit einer kurzen Präsentation zu Valeo und dem Werk in Bietigheim haben Roland Schoppe und Simone Redecker-Frei von Valeo 14 Abonnenten der BZ am Mittwochnachmittag begrüßt. Laut Schoppe, dem Bereichsleiter Logistik arbeiten etwa 1000 Menschen bei Valeo in Bietigheim. Thema am Mittwoch war die Wischerproduktion und die Entwicklungsabteilung.

Wischerblätter machen mit 53,7 Prozent immer noch den größten Teil des Umsatzes aus. Valeo liefert den Autobauern die Wischerblätter direkt ans Band oder in die Werkstätten. Auch Motoren für die Wischanlagen (10,3 Prozent) und Module für Scheibenwischer (34,6 Prozent) werden in Bietigheim hergestellt. Zudem gibt es noch die Sparte Schalter und Sensoren. Diese produziert aber nicht in Bietigheim, sondern entwickelt und forscht dort nur.

Um möglichst jedem Teilnehmer viele Einblicke zu vermitteln, wurde die BZ-Gruppe aufgeteilt. Für den einen Teil begann die Führung in der Produktion, für den anderen Teil in der Entwicklungsabteilung. Schoppe führte durch die Produktion und zeigte zunächst die verschiedenen Motoren-Typen, die es bei Scheibenwischern gibt. Es gibt den grundsätzlichen Unterschied von früher verbreiteten Motoren die einen Rundlauf absolvierten zu aktuelleren deren Spule, auf der die Scheibenwischer sitzen, nur noch eine Pendelbewegung macht.

Dann ging es zu den Schienenblättern, die Teil des Scheibenwischers sind und dem Gummiteil die Form vorgeben. Eine eigens angefertigte Maschine schneidet und biegt das Rohmaterial passend. Von dort ging es zur Gummi-Fertigung. Auf zwei etwa 100 Meter langen Förderbändern wird der Gummi für seinen Einsatz auf der Scheibe zurechtgeschnitten und so behandelt, dass er für freie Sicht sorgen kann. Das Highlight an diesem Tag war bei beiden Führungen das sogenannte Aquablade - ein Scheibenwischer, der ein integrierte Wassersystem hat. So kann man direkt am Wischer Wasser auftragen und es bildet sich kein Film auf der Scheibe. Weil das System erheizt ist, friert auch der Scheibenwischer im Winter nicht fest.

Ralf Beuchle, der die Führung durch die Entwicklungsabteilung übernahm, zeigte an einem Testwagen sehr anschaulich, was das neue System alles kann: „Damit ist es auch möglich, hartnäckigen Dreck wie Insekten zu entfernen“. In einem separaten Tank und mit einem Sonderprogramm könne man die Scheibenwischer so zum Reinigen einsetzen. Auch bei einer frostigen Scheibe könne man so mit einer Art Enteisungsmittel für freie Sicht sorgen.

Anschaulich wurde es auch in einem Testraum von Valeo. Dort zeigte Michael Schädel, wie wichtig die Erprobung ist. Etliche Scheiben werden dafür mit speziellem, dem Regen ähnlichen, Wasser, bespritzt und die Scheibenwischer müssen zeigen, dass sie auch eine lange Lebensdauer haben. „Gesetzlich vorgeschrieben müssen die Scheibenwischer bis 160 Stundenkilometer eine gute Sicht garantieren, Daimler etwa möchte das sogar bis 250 Stundenkilometer“, so Schädel über die Anforderungen an die von Valeo hergestellten Wischer.

Nach etwa drei Stunden verabschiedeten sich die Leser mit spontanem Applaus für die informativen Führungen.

Entwicklungsabteilung lässt Besucher staunen

Kurt Schumacher: „Ich habe drei Mal versucht beim Leser-Aktiv-Sommer ausgewählt zu werden für den Besuch bei Valeo. Jetzt hat es endlich geklappt. Ich habe früher selbst in dem Bereich noch bei SWF gearbeitet und mich interessiert einfach wie es heutzutage dort aussieht. Nachdem ich die Produktion gesehen habe, muss ich sagen, dass das schon sehr beeindruckend ist, wie effizient die Abläufe heute geworden sind. Auch ist mir aufgefallen, dass viel weniger Menschen an den Maschinen stehen wie früher. Heute ist doch sehr vieles automatisch. Bei uns früher war das ganz anders. Bei der Entwicklung hat mich erstaunt, was heute alles möglich ist und welche Ideen die Leute bei Valeo haben um die Technik immer noch weiter zu verbessern. Die Führungen waren sehr interessant. Ich finde auch gut, dass die Mitarbeiter das so anschaulich erklären konnten und Fragen beantwortet haben. So hat jeder verstanden, worum es bei den einzelnen Schritten, ob in Produktion oder Entwicklung, wirklich geht. Ich bin wirklich dankbar, dass ich einen solchen Einblick erhalten durfte.“ fr

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