Bietigheim-Bissingen Eine Nummer zu groß

Der Bietigheimer Torjäger Christian Schäfer bei der Arbeit. Hier erzielt der torgefährliche Rechtsaußen in der Halle am Viadukt einen Treffer gegen Wilhelmshaven. Seit die SG BBM wieder häufiger in der alten Heimat spielt, läuft es besser.
Der Bietigheimer Torjäger Christian Schäfer bei der Arbeit. Hier erzielt der torgefährliche Rechtsaußen in der Halle am Viadukt einen Treffer gegen Wilhelmshaven. Seit die SG BBM wieder häufiger in der alten Heimat spielt, läuft es besser. © Foto: Martin Kalb
CLAUS PFITZER 31.12.2015
Die Handball-Bundesliga erweist sich sportlich als eine Nummer zu groß für die SG BBM Bietigheim. Als Tabellenletzter steigt der Aufsteiger nach einer Saison wieder ab. In der Zweiten Liga läuft es anfangs auch nicht, erst in den letzten Wochen berappeln sich die Bietigheimer.

Der Spielplan der Bundesliga sorgt für folgende kuriose Konstellation: Aufsteiger SG BBM Bietigheim startet mit einer 27:33-Niederlage beim Bergischen HC in die Saison 2014/2015 und beendet sie mit einem 32:25-Sieg gegen den Bergischen HC. Dazwischen liegen fünf Siege, ein Unentschieden und 28 Niederlagen. Nach dem Achtungserfolg am letzten Spieltag verabschieden sich die Bietigheimer nach einer sportlich enttäuschenden Saison auf dem letzten Tabellenplatz aus der Eliteliga. 14 Punkte beträgt der Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Damit erweist sich die Bundesliga als eine Nummer zu groß. In der Rückrunde reichen auch die Zuschauerzahlen nicht mehr an jene aus der Vorrunde heran, als aber auch fast die gesamte Elite des deutschen Handballs beim Aufsteiger antreten muss.

Der im Herbst 2014 als Nothelfer verpflichtete exzentrische Torhüter Darko Stanic verabschiedet sich nach dem feststehenden Abstieg schon im März, die ebenfalls nachverpflichteten Romas Kirveliavicius und Rok Praznik folgen nach Saisonende. Auch Allrounder Andreas Blodig kehrt der SG nach etlichen Jahren den Rücken, keinen neuen Vertrag erhält Kapitän Christian Heuberger, der in der Bundesliga aufgrund heftiger Verletzungsprobleme kaum Einsätze hat. Diese Personalie sorgt im Umfeld für heftige Diskussionen. Auch auf der Position des Geschäftsführers gibt es eine Veränderung: Jochen Sandkühler folgt auf Timo Schön.

In der Zweiten Liga tut sich die SG BBM anfangs sehr schwer und kassiert eine Niederlage nach der anderen. Mit Gerdas Babarskas, Jan Döll und Max Emanuel verpflichtet die SG BBM Talente mit Perspektive, lediglich auf der Torhüterposition kommt mit Stanislaw Gorobtschuk ein Mann mit Erfahrung.

Die Bundesliga-Saison und die Niederlagenserie haben Nachwirkungen, hinzu kommen die Verletzungen erfahrener Kräfte wie Timo Salzer und Robin Haller. Außerdem sind die Gegner gegen den Absteiger besonders motiviert. Den Bietigheimer Handballern fehlt lange die Konstanz über 60 Minuten, ein weiteres Defizit ist die Abschlussschwäche. Erst nach und nach - und nachdem Salzer und Haller wieder in Form sind, sich die Abwehr stabilisiert und die Chancenverwertung besser wird - kommt die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer in der Zweiten Liga an und verlässt gegen Jahresende die Abstiegsplätze. Als hilfreich erweist sich die teilweise Rückkehr in die Sporthalle am Viadukt. Dort gewinnt die SG BBM alle drei Heimspiele.