Ausstellung Eine Kunstgalerie im malerischen Garten

Angelika Mollner präsentiert ihre Bilder jetzt auch in ihrem neu gestalteten Garten direkt an der Bietigheimer Stadtmauer.
Angelika Mollner präsentiert ihre Bilder jetzt auch in ihrem neu gestalteten Garten direkt an der Bietigheimer Stadtmauer. © Foto: Martin Kalb
Gabriele Szczegulski 17.07.2018

Zum Glück, so sagt Angelika Mollner, male sie in Acryl, deswegen mache Regen ihren Kunstwerken nichts aus und sie könnten auch in ihrem Garten aufgehängt werden. Die Bietigheimer Künstlerin hat sich einen lang gehgten Traum erfüllt: eine Outdoor-Galerie. Mollner wohnt in der Löchgauer Straße, der Außenbereich grenzt an die Bietigheimer Stadtmauer. Bisher hatte der Garten einen verwilderten Charme, doch Angelika Mollner wollte ihn so gestalten, dass sie dort ihre Kunst präsentieren kann. Und da der Außenbereich, der von Haus, Fachwerkscheune, historischer Stadtmauer und einem Neubau umschlossen wird, nun fertig ist, lädt sie zur Sommerausstellung ein.

Und es gibt einiges zu zeigen. Denn Mollner hat ihren Stil auffällig verändert. Nach einem Kurs bei Professor Jan Kolata, der an der Technischen Universität Dortmund Kunst lehrt, sei sie, so sagt sie, freier und mutiger geworden. Eine zehn Meter lange Leinwand hatte sie beim Kurs der Kunstakademie Allgäu in Düsseldorf dabei. Sechs großformatige Acrylbilder sind daraus entstanden und seither malt sie fast nur noch großformatig.

Mit Schrubber und Besen

Doch abgesehen von der Formatveränderung ist auch ihr Stil anders: Waren ihre letzten Werke meist mehrschichtig mit Pinsel und Spachtel und Werkstoffen wie Sand oder Glitzer bearbeitet worden, kam nun mehr Schwung dazu. „Anfangs, während des Kurses, habe ich mit Schrubber und Besen versucht zu malen, um mehr Bewegung in die Bilder zu bekommen, das war schwierig, jetzt arbeite ich mit einem großen, breiten Pinsel, mit dem man eigentlich Wände streicht.“ Außerdem seien ihre seitherigen Werke konzipierter, geplanter gewesen.

Es sei ihr wichtig gewesen, so sagt sie, „das Bild zu beherrschen“. Immer noch sind ihre Motive gegenstandslos und werden aus und mit der Farbe herausgearbeitet. So entstand auch der vierteilige Zyklus „Vier Jahreszeiten“, der nun in ihrem malerischen Garten an der Fachwerkwand der Scheune hängt. Der Malprozess, so sagt sie, sei fast wie ein Tanz gewesen. „Ich wollte ganz frei den Schwung aufs Bild bannen.“

Bewirkt hat diese Malweise bei ihr, dass auch sie sich freier fühlte, befreit, wie sie sagt. Deshalb seien die Werke auch voller Emotionen. Wut habe sie verspürt, als sie von der Zerstörung antiker Stätten in Syrien erfahren habe, und dieses Gemälde hat sie passend an die mehrere Jahrhunderte alte Stadtmauer gehängt. Obwohl Mollner abstrakt malt, erkennt man nach dieser Erklärung sehr wohl Trümmer und Zerstörung.

Nachdem sie für die Arbeiten für diese Ausstellung „wie eine Besessene“ gearbeitet hat, kam auch der Lohn: Sie wurde von einem Wiener Galeristen angesprochen, ob  sie zum 20-jährigen Bestehen seiner Galerie im Haus Wittgenstein in Wien vier Bilder ausstellen wolle. Natürlich wollte sie.

Info Die Sommerausstellung von Angelika Mollner findet am Samstag, 21. Juli, 14 bis 18 Uhr, und am Sonntag, 22. Juli, 11 bis 18 Uhr, in Haus und Garten in der Löchgauer Straße 29 in Bietigheim statt.

www.atelier-mollner.de

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