Schwerpunkt Verborgene Orte Eine Klimabox als Kühlschrank für Kunstobjekte

Da Kunstobjekte ein stabiles Klima benötigen, muss die Tür der Klimabox geschlossen bleiben. Galerieleiterin Isabell Schenk-Weininger (rechts) macht für die BZ eine Ausnahme und zeigt mit Volontärin Regina Wendling eine Skulptur von Leonhard Oesterle.
Da Kunstobjekte ein stabiles Klima benötigen, muss die Tür der Klimabox geschlossen bleiben. Galerieleiterin Isabell Schenk-Weininger (rechts) macht für die BZ eine Ausnahme und zeigt mit Volontärin Regina Wendling eine Skulptur von Leonhard Oesterle. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Sandra Bildmann 25.08.2018

Wir haben eigentlich immer Platzmangel“, sagt die Leiterin der Städtischen Galerie, Isabell Schenk-Weininger. Im Gewölbekeller unterhalb der Ausstellungsräume wäre noch freier Stauraum. Doch der kann nicht aufgrund des feuchten Klimas nicht genutzt werden. So war das bis 2014. Seitdem steht in einem abgetrennten Bereich des Gewölbekellers ein etwa 6 mal 8 mal 2 Meter großer Kasten. Es ist gewissermaßen ein Kühlschrank für Kunstobjekte. In der Galerie nennen sie dieses Depot „Klimabox“, da in ihr ein stabiles Klima herrscht, das sich bei Unregelmäßigkeiten – wie zum Beispiel ein kurzer Stromausfall – selbst reguliert. Die Tür sollte stets geschlossen sein, um die Temperatur konstant auf rund 20 Grad Celsius, vor allem aber die Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent halten zu können, erklärt Schenk-Weininger. Um das gewährleisten zu können, trennt eine klimatische Schleuse diesen Gewölbekeller von den übrigen Bereichen.

Aber auch dort wird ausnahmslos klimatisiert. Ohne geht nicht. Das betont die Galerie-Leiterin mehrfach. Denn alle Objekte, die sich im Besitz der Galerie befänden, müssten entsprechend sorgsam aufbewahrt werden: „Schonend lagern, mit genügend Abstand.“ Deshalb gibt es für bestimmte Kunstobjekte auch spezielle Vorrichtungen: Beide Depots – sowohl das im historischen Gebäude als auch jenes im Neubau – seien mit Gitterwänden, Schubladen und Grafikschränken ausgestattet, erläutert die Fachfrau. In der Klimabox dagegen stehen Regale, in denen die Städtische Galerie Skulpturen und Gemälde lagert.

Depots besser ohne Fenster

Den Stauraum teilt sie sich mit dem Hornmoldhaus, das dort unter anderem Grafiken, kunsthandwerkliche Objekte und Rollbilder der Erwin Bälz-Sammlung unterbringt. Isabell Schenk-Weininger muss jedoch nicht nur auf das passende Klima in den Depots achten, sondern auch auf die Lux-Werte. Hierbei wird geregelt, wie viel UV-Licht auf die Objekte treffen darf. „Ein Depot braucht kein Fenster, es ist eher hinderlich“, erläutert die Galerieleiterin. In den hiesigen Lagerräumen werde aber sowieso nur mit LED-Lampen beleuchtet.

In der Regel bringen die Verantwortlichen der Städtischen Galerie die Ausstellungsstücke problemlos unter, denn schließlich mache man sich Gedanken darüber, bevor man ein Objekt anschaffe, bemerkt Schenk-Weininger. Als aber einmal ein Kunstwerk aus dem Linolschnittwettbewerb – bei dem es keine Größenbeschränkung gibt – in die Sammlung der Galerie überging, musste das 1,5 auf 3 Meter große Werk aufgerollt werden. Irgendwo haben auch Depots in hohen Gewölbekellern ihre Grenzen.

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