Einbrechern ihre Tat deutlich zu erschweren – das ist das Ziel der Präventionsarbeit der Polizei. Nicht von ungefähr sei die Zahl der Einbrüche, bei denen die Täter erfolglos abbrechen mussten, in den letzten Jahren deutlich gestiegen, weiß man im Polizeipräsidium Ludwigsburg. So setzt die Polizei auch in diesem Jahr zu Beginn der „dunklen Jahreszeit“ ihre Aufklärungsarbeit fort und hielt mit dem Info-Truck des Landeskriminalamts gestern am Kronenplatz in Bietigheim. Dass Bedarf da ist, zeigt eine Zunahme in der Stadt in jüngster Zeit.

So hat erst am vergangenen Sonntag ein Täter in ein Einfamilienhaus in der Friedrich-Grimm-Straße eingebrochen, indem er die Kellertür aushebelte. Besonders dreist agierten Langfinger vergangene Woche: Am 7. November ereigneten sich zwischen 6.50 und 22 Uhr gleich vier Einbrüche in verschiedenen Stadtteilen (die BZ berichtete). Die Einbrecher stahlen dabei jeweils kleinere Bargeldbeträge und richteten mehrere hundert Euro Sachschaden an. Im Oktober drangen unbekannte Täter sogar in eine Kirche in Bietigheim ein, wo sie religiöse Gegenstände mitgehen ließen.

Es gebe in der Tat eine Steigerung der Einbruchszahlen in Bietigheim-Bissingen, sagt Thomas Wurster, der seit 1989 in der Präventionsarbeit des Landeskriminalamts Baden-Württemberg tätig ist. Ob das indes ein Trend sei, der weiter steigende Zahlen befürchten lasse, könne man noch nicht sagen. „Da muss man abwarten“, so Wurster. Im allgemeinen sei es in der Region noch ruhig, was Einbrüche angehe.

Problem Terrassentür

Gleichwohl weisen er und seine Kollegen in dem Info-Truck darauf hin, wie man sich gegen Einbrecher schützen kann. Der große Lastwagen ist voller mechanischer wie auch elektronischer Vorrichtungen, die der Sicherung des eigenen Heims dienen – ob für Fenster oder Haus- und Wohnungstüren, ob Alarmanlagen oder Videotechnik.

Obwohl das Thema Wohnungseinbruch nicht mehr ganz die Brisanz hat wie vor wenigen Jahren, als die Zahlen explosionsartig nach oben gingen, sei die Besucherresonanz nach wie vor gut, sagt Wurster. Zu den häufigsten Fragen zähle, wie man seine Terrassentür sichern könne. Denn viele Ganoven versuchen, sich über die Terrasse Zugang in Einfamilienhäuser zu verschaffen. Gegenmaßnahmen können zum Beispiel Zusatzschlösser sein, die man anbringt, oder andere Beschläge, so der Experte.

Nicht mehr als vier Versuche

Erfahrungsgemäß würden es Einbrecher meistens vermeiden, das Glas von Türen oder Fenstern durchzuschlagen, weil das zu viel Lärm verursache, sagt Thomas Wurster. Stattdessen werde vor allem das Aufhebeln als Einbruchsmethode angewandt. Und wenn ein Einbrecher zwei bis vier vergebliche Versuche unternommen habe, ins Gebäude zu kommen, breche er meistens ab. Das heißt: Je schwerer man es ihm durch Sicherungsmaßnahmen mache, desto größer sei die Chance, einen Einbruch zu verhindern. Dabei genügen laut Polizeipräsidium Ludwigsburg auch bereits einfache Vorkehrungen, wie zum Beispiel die Verbesserung der Einsehbarkeit durch Schnittmaßnahmen an Hecken sowie „das Vermeiden von eindeutigen Abwesenheitssignalen“, um die Täter von ihrem Vorhaben abzuhalten. Diese Botschaft will die Polizei mithilfe des Info-Trucks unter die Leute bringen. Er macht im November im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg an rund zehn Standorten Station.

Polizei berät auch daheim


Zur Sicherung vor Einbrechern bietet die Polizei auch eine kostenlose Beratung vor Ort am Objekt an. Und es gibt eine Bauberatung, um Sicherheitsaspekte bereits während des Baus zu berücksichtigen. Interessenten können sich unter Telefon (07141) 18 80 01 (für den Landkreis Ludwigsburg) oder unter der E-Mail-Adresse ludwigsburg.pp.praevention@polizei.bwl.de an die Polizei wenden.

Generelle Tipps zum Schutz vor Einbrechern gibt die Polizei auch: So sollte man Fenster bei Abwesenheit nicht geöffnet/gekippt lassen, Türen immer abschließen. Bei längerer Abwesenheit empfiehlt die Polizei, die Wohnung beziehungsweise das Haus immer bewohnt erscheinen zu lassen, zum Beispiel, indem ein Nachbar den Briefkasten leert und zu unregelmäßigen Zeiten das Licht an- und ausschaltet. Ein weiterer Tipp: Türöffner im Mehrfamilienhaus sollten nicht gedankenlos betätigt werden. Auch solle man auf verdächtige Personen achten und sich gegebenenfalls die Kfz-Kennzeichen notieren. bz