Unterstützung Ein Pate für ein Kriegsschiff

Bietigheim-Bissingen / ANDRÈ DAUB 17.01.2015
Das Land Baden-Württemberg ist Namenspate einer Fregatte. Werner Becker aus Bissingen ist Mitglied im "Freundeskreis Fregatte Baden Württemberg", der die Patenschaft unterstützt.

Die Verteidigung von Deutschlands Sicherheit ist in den Augen mancher zu einer globalen Aufgabe geworden. Ginge es nach Peter Struck, ehemals Verteidungsminister, reichte dieser Auftrag bis an den Hindukusch. Baden-Württemberg trägt nun auch seinen Teil dazu bei, wenngleich nicht finanziell. Das Land Baden-Württemberg, repräsentiert durch die Landesregierung, hat sich dazu bereit erklärt, die Patenschaft für das neue Leuchtturmprojekt der deutschen Kriegsmarine zu übernehmen. Die Rede ist von der Fregatte Baden-Württemberg.

Einen Paten für ein Kriegsschiff? Ja, das gibt es. Es fand sogar eine Taufe statt. Die Taufpatin: Gerlinde Kretschmann, Gemahlin von Ministerpräsident Winfried Kretschmanns. Am 12. Dezember 2013 warf die First Lady des Landes eine Sektflasche an den Bug der 150 Meter langen Fregatte. Der feierliche Akt vollzog sich im Dock der Werft Blohm und Voss Ship-yards.

Die Baden-Württemberg ist die erste von vier Fregatten eines neuen Typs, der den Anforderungen einer modernen Kriegsführung genügen soll. Kostenpunkt: zwei Milliarden Euro für alle vier Fregatten, so das Handelsblatt. Als Einsatzgebiet sind unter anderem die Küstengebiete internationaler Krisenregionen eingeplant. Die Baden-Württemberg soll 2016 in Dienst gestellt werden.

"Es ist wohl das schönste, größte und technisch anspruchvollste Schiff, dass die Marine 2016 in Dienst stellen wird", so Werner Becker aus Bissingen. Becker, Oberbootsmann der Reserve, ist Mitglied des im Mai 2011 gegründeten "Freundeskreis Fregatte Baden-Württemberg". Die Gruppe besteht aus Mitgliedern verschiedener Marinekameradschaften Baden-Württembergs. Sie hat es sich zur Aufgabe genommen, die Patenschaft des Landes durch Eigenengagement zu unterstützen.

Wie funktioniert eine solche Patenschaft? "Hin und wieder besucht die Besatzung das Land oder die Stadt des Paten. Im Gegenzug erklären sich Würdenträger des Landes oder der Stadt bereit, an einer Ausfahrt des Schiffes teilzunehmen", so Becker, der zwölf Jahre lang im Dienst der Bundesmarine stand. Im Vordergrund steht ein wechselseitiger Austausch.

Im Juli 2014 war ein Teil der Besatzung der Fregatte zu Gast im Landtag. An diesem Tag mit von der Partie: Der Freundeskreis Fregatte Baden-Württemberg. Anlass war der erste offizielle Patenschaftsbesuch. Im Foyer des Landtages war ein festlicher Empfang für die Besatzung der Baden-Württemberg veranstaltet worden. Geladene Gäste waren, neben der Besatzung, Würdenträger des Landes, hochrangige Vertreter der Wirtschaft und Industrie, sowie hohe Militärs. Die Begrüßungsrede hielt Landtagspräsident Guido Wolf. Die Besatzung verblieb für etwa fünf Tage in der Region. Der Freundeskreis vertrieb der Mannschaft die Zeit an Land. Unter anderem mit einem Besuch im Porsche-Museum Stuttgart und einer Stadtführung in Esslingen.

Ein Großteil der technischen Ausrüstung des Schiffes stamme aus Baden-Württemberg, so Werner Becker. Laut Bundeswehrjournal zählen zu den möglichen Einsätzen der neuen Fregattenklasse die seeseitige Unterstützung von Spezialkräften, der Beschuss von Landzielen, die Terrorismusbekämpfung, die Abwehr asymmetrischer Bedrohungen wie Piraten oder humanitäre Einsätze. Nach Werner Becker befinden sich Teile der Flotte der Deutschen Marine zur Zeit im Mittelmeerraum und im persischen Golf, um an den dortigen Brennpunkten enstprechend agieren zu können.