Mit einer Stimme sprechen, gemeinsame Interessen entwickeln und durchsetzen - das sind Kernziele der Industrievereinigung Region Bietigheim-Bissingen. 50 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen gehören dem Netzwerk an, das sich schon seit den 1950er Jahren dem Erfahrungsaustausch zu aktuellen Fragen und Herausforderungen an Wirtschaft und Industrie widmet.

Doch die Industrievereinigung ist weit mehr als ein Manager-Zirkel, in dem Wirtschaftsthemen diskutiert werden. Den Mitgliedern geht es durchaus nicht zuletzt darum, gemeinsame Interessen durchzusetzen. So ist die Industrievereinigung auch die starke Stimme der Wirtschaft in Bietigheim-Bissingen und Umgebung, die gegenüber Entscheidern und Politik "mit einer Stimme spricht", wie sich Dr. Michael Allert (Basler Haar-Kosmetik) ausdrückt. Er ist neben Klaus Jäger (Atlanta Antriebssysteme) und Milko Konzelmann (Konzelmann GmbH) Vorsitzender Industrievereinigung.

Dabei kann die Organisation mit großen und traditionellen Namen aufwarten. Unternehmen wie die Bietigheimer Wohnbau, die Dürr AG, "ElringKlinger", Hofmeister, Olymp, Parker Hannifin oder Valeo - um nur einige zu nennen - stehen im Mitgliederverzeichnis.

Das Firmennetzwerk wird gehört, wenn es um strukturpolitische Entscheidungen, um Stadtentwicklung und infrastrukturpolitische Maßnahmen geht. Zur Stadtverwaltung in Bietigheim-Bissingen gibt es einen kurzen Draht. "Den Planern im Rathaus ist es wichtig, was die Unternehmen zu unterschiedlichen Vorhaben sagen", betont Allert, ergänzt aber auch: "Natürlich wissen wir, dass der kommunale Einfluss bei Planungsprozessen gerade in einem Ballungsraum wie Stuttgart begrenzt ist." Dabei denkt der Vorsitzende zum Beispiel an die Verkehrsinfrastruktur, die auch in dem Unternehmensnetzwerk ein Dauerbrenner ist. Oder das hohe Preisniveau für Gewerbeflächen, bezahlbarer Wohnraum und der Fachkräftemangel - auch damit setzt sich die Industrievereinigung auseinander.

Ausdrücklich versteht sich der Interessenverband aber nicht als klassischer Lobbyist. Den beteiligen Betrieben geht es vor allem darum, den Standort zu stärken und voran zu bringen, Ausbildung und Qualifikation zu fördern. Auch deshalb engagieren sich beteiligte Unternehmen bei der Vergabe von Praktikumsplätzen, halten regen Kontakt zu Schulen oder kooperieren bei der Ausbildung. Soziales Engagement ist der Industrievereinigung ebenfalls wichtig. Aufgrund ihrer langen Tradition und Beständigkeit ist die Gemeinschaft ein verlässlicher Unterstützer von Kultur und sozialen Initiativen. Die Musikschule wird seit Jahrzehnten von der Industrievereinigung unterstützt, ebenso wie die BZ-Aktion Menschen in Not. "Für uns ist das ein Signal, dass die Wirtschaft Verantwortung für die Lebensqualität in einer Region übernimmt", so Allert.

Die Geschäftsführer und Manager denken aber auch an sich, pflegen die Gemeinschaft und den Diskurs bei Betriebsbesichtigungen und Vortragsveranstaltung oder bündeln ihre Kräfte beim Einkauf von Waren oder Energie.

Eine Liste mit sämtlichen Mitglieds-Unternehmen der Industrievereinigung gibt es online.