Bietigheim-Bissingen / MICHAEL KRAUTH  Uhr
Mit einem Spatenstich wurde am Freitag der Umbau des Bietigheim-Bissinger Bahnhofs offiziell eingeläutet. Dort sollen drei neue Aufzüge gebaut werden.

Der Bietigheim-Bissinger Bahnhof wird modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Mit einem symbolischen Spatenstich wurde für die umfangreiche Baumaßnahme am Freitag das Startsignal gegeben. Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest der DB Station&Service AG, sagte, dass in die Umbaumaßnahmen sechs Millionen Euro investiert werden.

Oberbürgermeister Jürgen Kessing sagte, dass die Stadt mit über einer Million Euro daran beteiligt sei. "Worauf wir lange und sehnlich gewartet haben, nimmt jetzt endlich Gestalt an", sagte Kessing und erinnerte daran, dass Vorgespräche, Finanzierungsverhandlungen und Planungen rund fünf Jahre in Anspruch genommen hätten.

Laut Michael Groh soll die Modernisierung im Verlauf der kommenden eineinhalb Jahre erfolgen. Im Zuge der Baumaßnahmen erhält der Bahnhof Bietigheim-Bissingen drei Aufzüge. Diese sollen in Zukunft von der Bahnsteigunterführung zu den Bahnsteigen Gleis 3/3, Gleis 7/8 und Gleis 9/10 führen. Darüber hinaus werden die Bahnsteige an den Gleisen 3/4 und 9/10 mit einer Höhe von 76 Zentimetern neu gebaut. Groh erläuterte zudem, dass man im Zuge der Baumaßnahme auch den Wetterschutz und die Fahrgastinformation verbessern und die Unterführung aufwerten werde. Jürgen Kessing gab dem Leiter des Regionalbereichs Südwest mit auf den Weg, dass auch das Bahnhofsgebäude, das bereits vor einem halben Jahrhundert gebaut worden sei, schon "etwas in die Jahre gekommen ist". Von Seiten der Stadt würde man sich wünschen, dass auch in diesem Bereich in Zukunft etwas getan werde. Kessing regte an, dass man auch "das ganze Entree" inklusive Bahnhofsvorplatz aufwerten könnte. Die Attraktivität eines Bahnhofs zu gewährleisten sie vor dem Hintergrund wichtig, um für möglichst viele Menschen den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV interessanter zu machen. Die aktuellen Umbaumaßnahmen werden laut Nikolaus Hebding, Leiter Bahnhofsmanagement Stuttgart der DB Station&Service AG, "unter dem rollenden Rad" - sprich bei regulärem Zugverkehr - erfolgen. Nach Angaben der Bahn lasse es sich während der Arbeiten aber nicht vermeiden, dass Züge zeitweise von anderen Bahnsteigen abfahren. Die Bahn werde über die Änderungen durch Lautsprecheransagen und die Anzeigetafeln an den Bahnsteigen informieren.

Ein Kommentar von Michael Krauth: Ein längst überfälliger Schritt

Nach den ursprünglichen Planungen von Bahn und Stadtverwaltung sollte die Modernisierung des Bahnhofs eigentlich schon längst abgeschlossen sein. Dass bei diesem Thema jedoch etwas deutlich ins Stocken geraten war, hatte man schon bei der einen oder anderen Sitzung des Technischen Ausschusses erahnen können. Denn dort war in den zurückliegenden Monaten vereinzelt auch die Frage aufgekommen, warum sich in puncto Bahnhofsumbau eigentlich noch immer nichts bewege - obwohl bereits klar war, dass die Stadt sich finanziell in größerem Umfang an der Umsetzung der Maßnahme beteiligen würde. Doch nicht nur manchem Stadtrat ging es hierbei offensichtlich deutlich zu langsam voran, auch viele Bürger dürften den barriererefreien Bahnhof herbeigesehnt haben. Insbesondere für Reisende, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, war die bisherige Situation eine echte Zumutung. Und auch wer mit einem sperrigen Kinderwagen unterwegs oder altersbedingt nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, wird den umfangreichen Umbau am Bahnhof begrüßen - dieser war schon längst mehr als überfällig.