Stammtisch DLW-Areal: Entscheidung ist gefallen

Von Rena Weiss 11.04.2018

Es sei eine große Chance für die Stadt, sagte Michael Jacobi, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbands. Denn das ehemalige DLW-Areal habe die Stadt geprägt: „Ohne DLW wäre Bietigheim-Bissingen heute nicht das, was es ist“, sagt Jacobi. Die CDU hatte am Montagabend zum Stammtisch in die Weinstube Burghof eingeladen. Nur wenige Schritte weiter wurde am Dienstag entschieden, welche Entwürfe des Wettbewerbs die besten sind (die BZ berichtete). Jacobi erhoffe sich von dem Wettbewerb neue Ideen frei von alten Traditionen. „Alle Baugebiete sehen gleich aus“, sagt er, „man hat nicht den Mut eigene Wege zu gehen.“ Doch das wünscht er sich fürs Bogenviertel.

Zweifel an Mischgebiet

Auch Stadtrat Axel Westram war in die Weinstube gekommen und stellte den Besuchern das Auslobungsverfahren für den städtebaulichen Wettbewerb vor, der zwar öffentlich ist, allerdings manche Fragen offen ließ. Stefan Leibold beispielsweise sagte bereits jetzt voraus, dass es einen Konflikt zwischen der Unternehmensgruppe OSWA und der Stadt geben werde. Denn für ein Unternehmen sei es rentabler, schnell Wohnungen zu verkaufen, als Büros oder Gewerbeflächen zu vermieten. In den Vorgaben der Stadt für den Wettbewerb steht jedoch, dass eine Mischung erwünscht ist. So heißt es in der Auslobung: „Angestrebt wird eine Mischung aus 50 Prozent Wohnen und 50 Prozent für gewerbliche Flächen beziehungsweise Flächen für Gemeinbedarf und Freizeit“. Allerdings kann das Verhältnis um zehn Prozent variieren.

Welches Verhältnis genau es zwischen Gewerbe und Wohnen geben wird, wird diesen Mittwoch vorgestellt. Denn die Stadt präsentiert die besten Ideen zum Bogenviertel. „Das Interesse an dem Wettbewerb war unglaublich groß – von europäischen bis ortsansässigen Büros ist alles dabei“, sagte Westram, und er fügte hinzu, dass eine Sache eine große Rolle bei allen Büros sein müsse: der Verkehr im ehemaligen DLW-Areal. Denn bei einer rund 85 000 Quadratmeter großen Fläche rechne die Stadtverwaltung nach ersten Einschätzungen mit rund 7500 Fahrzeugen zusätzlich, und das täglich.

Dieser Verkehr muss dementsprechend eingeplant und ohne Verkehrschaos aus und in das Areal geführt werden. Hier zweifeln die Anwesenden, dass das möglich ist, denn schon jetzt ist die angrenzende B 27 zu Stoßzeiten voll. Doch genau hier, an der Stuttgarter Straße, soll das Gebiet nach einem Vorentwurf äußerlich erschlossen werden. Dass sich jedoch produzierende Gewerbe oder Logistikunternehmen hier ansiedeln werden, hält Stadtrat Thomas Wiesbauer für unwahrscheinlich – die würden für zusätzlichen Verkehr sogen. Doch auch an die Idee eines autofreien Areals glaubt von den Anwesenden keiner.

Wettbewerb zum Bogenviertel bringt viele gute Ideen

Im Bogenviertel, dem ehemaligen DLW-Areal zwischen Stuttgarter Straße und den Bahngleisen, will die Stadt Bietigheim-Bissingen gemeinsam mit der Unternehmensgruppe OSWA, Ingersheim, neue Wohn- und Gewerbeflächen schaffen. Um innovative Perspektiven für das Wohnen und Arbeiten in der Stadt aufzuzeigen, wurde europaweit ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt, an dem sich über 20 Büros beteiligt haben.

Das Preisgericht, bestehend aus externen Fachplanern, Fachleuten der Verwaltung, der Firma OSWA und Mitgliedern des Gemeinderats, hat am Dienstag über die Beiträge der teilnehmenden Büros beraten und die besten fünf bis sieben Arbeiten ausgesucht. Die Beiträge dieser Preisgruppe und alle weiteren Arbeiten werden an diesem Mittwoch, 11. April, um 17 Uhr in einer Ausstellung in den Marktplatz Arkaden präsentiert.

Im Anschluss werden die Bürger noch zu einer Planungsmesse, einem Bürgerdialog mit den Planern, eingeladen. Am Mittwoch, 2. Mai, um 18 Uhr können interessierte Bürger in die Aurainhalle kommen. Nach einer Einführung in den Wettbewerb und die Entscheidung des Preisgerichts werden die Planer der Preisgruppe ihre Entwürfe vorstellen und zum Dialog mit den Bürgern bereitstehen. Anschließend sind die Bürger gefragt, mit den Planern zu diskutieren und ihre Ideen vorzutragen. Die daraus resultierenden Ergebnisse und Anregungen werden wiederum in die Auslobung zum zweiten Teil des Wettbewerbs einfließen. Bis Herbst 2018 können die Planer der Preisgruppe dann ihre Entwürfe nochmals überarbeiten und im Realisierungswettbewerb erneut einreichen. Die Jury wird im November den endgültigen Wettbewerbssieger auswählen. bz

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