Es tut sich was am Viadukt in Bietigheim-Bissingen. Während oben Züge über die Brücke brettern, wird unten seit Montag geschafft. Das Monster erwacht. Die Arbeiten für "Monsters of Rock" sind angelaufen. Der Bühnenboden steht trotz Dauerregens bereits, berichtet Ravi Sharma, der technische Leiter der Veranstaltungsfirma Music Circus.

Was jetzt noch fragmentarisch auf dem großen Festplatz zu sehen ist, wird an diesem Samstag, 18. Juni, zur "Monsters of Rock"-Arena, in die die Kultbands "Richtie Blackmore's Rainbow", "Thin Lizzy" und "Manfred Mann's Earth Band" steigen werden; eine Neuauflage des Musik-Festivals, dessen erste deutsche Ausgabe 1983 war.

"Thin Lizzy" feiert in Bietigheim-Bissingen ein Jubiläum. Ende März 1976 erschien mit "Jailbreak" eines der prägnantesten Alben dieser Ära mit Songs wie "The Boys Are Back In Town" oder "Cowboy Song". Laut Veranstalter wird es 2016/2017 nur sechs Konzerte geben, zwei davon in Deutschland.

Alte Hasen sind auch die Mitglieder von "Manfred Manns Earth Band". Gegründet wurde die Band 1971 vom Namensgeber am Keyboard. "Blinded by The Light", "Spirits In The Night", "Davy's On The Road Again", "Redemption Song", "For You" und auch "Mighty Quinn" werden die meisten unterm Viadukt wohl mitsingen können.

Der Hauptact des Abends wird bei "Monsters of Rock" "Ritchie Blackmore's Rainbow" sein. Ritchie Blackmore hat mit "Deep Purple" und auch "Blackmore's Night" weltweit Erfolge feiern können und gilt als eine der wichtigsten Persönlichkeiten und einer der bekanntesten Gitarristen in der Geschichte des Hardrocks. Mit "Deep Purple" - etwa 130 Millionen verkaufte Platten - schuf der Engländer in den 70ern die Rockhymne "Smoke On The Water". Nach seinem Ausstieg konnte er 1975 mit "Rainbow" durchaus an diese Erfolge anknüpfen. Mit der Neuauflage von "Monsters of Rock" schließt sich nun der Kreis. Denn am 16. August 1980 stand die Gruppe "Rainbow" als Headliner des ersten "Monsters of Rock", damals im englischen Castle Donington, vor fast 40.000 Zuschauern auf der Bühne.

Ganz so viele werden es in Bietigheim-Bissingen nicht sein. Laut der Stadtverwaltung werden bis zu 12000 Menschen erwartet. Noch kann man die Roadies dabei beobachten, wie sie nach und nach die Bühne aufbauen. Auch ein Cateringzelt steht bereits, erklärt Ravi Sharma von Music Circus. In Kürze werde aber ein Zaun errichtet. Zum einen, um die Fans am Konzertabend zu überraschen, zum anderen auch aus Sicherheitsgründen, wenn schweres Geräte zum Einsatz kommt. Am Freitag, so der technische Leiter, muss die Bühne fertig sein, am Samstag heiße es dann "proben, Gastro zurechtrücken und Sonne rausholen", sagt er lächelnd. Um die 20 Lastwagen werden dann ihr Ladung unterm Viadukt abgeliefert haben.

Info
"Monsters of Rock" startet am Samstag, 18. Juni, um etwa 17 Uhr. Karten gibt es unter anderem am Ticketschalter der Bietigheimer Zeitung, Kronenbergstraße 10.

Hinweise für die Anreise zu "Monsters of Rock"

Parken Bis zu 12.000 Besucher erwarten die Veranstalter vom Music Circus Concertbüro beim "Monsters of Rock"-Festival. Die Stadt weist darauf hin, dass aufgrund der nassen Witterung die Wiesenparkplätze, die beim Pferdemarkt benutzt werden, nicht zur Verfügung stehen. Stattdessen wird gebeten, die Parkflächen am Badepark und bei der EgeTrans Arena sowie in den Parkhäusern am Bahnhof oder am Krankenhaus und die kurzen Wege zum Festplatz zu nutzen.

ÖPNV Im Ticket inbegriffen ist die Anfahrt mit dem VVS. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Festplatz am Viadukt entweder über die Bahnhöfe Bietigheim-Bissingen oder Ellental zu erreichen. Um dem Ansturm gewachsen zu sein, fährt die S-Bahn mit längeren Zügen, teilt der VVS mit. Das Konzert beginnt um 17.30 Uhr und endet gegen 23 Uhr, sodass der ÖPNV für die Heimfahrt zur Verfügung steht.

Fußweg Für Fußgänger ist das Gelände nicht mehr passierbar.