Aus den Ellentalgymnasien wird ab Mittwoch wieder für kurze Zeit ein eigener Staat. Unter der Federführung der SMV wird im Rahmen der schulischen Projekttage vom 12. bis 14. Juli die Republik „Ellentopia“ ausgerufen.

Bereits im Vorfeld war eine politische Verwaltung mit Präsident und Regierung gebildet worden, getragen von einer eigens erarbeiteten Verfassung  und einem Mehrparteiensystem (die BZ berichtete). Hinzu kommen ein Wirtschaftssystem mit eigener Währung und einer Vielzahl von Betrieben und Dienstleistungen sowie ein kulturelles und sportliches  Angebot. Ab Mittwoch wird das Schulgelände nun zum „Staatsterritorium“, die Lehrer und Schülern werden zu „Staatsbürgern“. Und die akzeptierte Währung ist der „Ellentaler“.

Alle Schüler und Lehrer seien aktiv beteiligt, heißt es in einer Mitteilung der Ellental-Gymnasien. So führten die meisten einen Betrieb und sammelten Erfahrungen in der Betriebswirtschaft. Andere sind beim Staat angestellt und verdienen ihr Geld bei der Polizei, im Gericht oder beim Zoll. Viele „Staatsbürger“ engagieren sich politisch und haben bereits im Voraus Parteien gegründet. Auch die Regierung Ellentopias, die den Staat leitet, ist schon im Amt.

Auch echte Politiker kommen

Am Anfang des Projekts stand laut den Veranstaltern der Wunsch vonseiten der Schülerschaft, nach mehreren Jahren Abstinenz erneut ein Projekt „Schule als Staat“  zu realisieren. Vor allem sei dies auf die Initiative der beiden Schülersprecher Charlotte Kayser und Fabian Sommer aus der Jahrgangsstufe 2 zurückzuführen, die ihrerseits als Fünft­klässler einen Vorgängerstaat erleben durften, und sich nun erfolgreich dafür einsetzten, diese Erfahrungen auch jüngeren Schülern zu ermöglichen.  Als äußerst positiv werde von den Akteuren das Heraustreten aus den angestammten Rollen genannt.

Auch für Besucher ist reichlich Programm geboten. Neben dem Staatstheater, das unter der Leitung von Matthias Helmle sein Musical „ZukunftsMusik“ auf einer dafür errichteten Bühne aufführt, werden einige „echte“ Politiker und Musiker den Staat besuchen. Außerdem kann durch die Betriebe geschlendert oder eine Parlamentssitzung oder Gerichtsverhandlung live verfolgt werden. Besucher bekommen mithilfe eines „Touristen-Guides“ alle Informationen an die Hand gelegt, um das Projekt verstehen und entdecken zu können.

Folgendes Programm ist geplant: Am Mittwoch, 12. Juli, und am Donnerstag, 13. Juli, ist der „Staat“ für Besucher jeweils von 9 bis 17 Uhr, am Freitag, 14. Juli, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. In einer Fragerunde besteht die Möglichkeit, geladenen Politikern Fragen zu stellen.

Die Fragerunden finden zu folgenden Zeiten statt: am Mittwoch um 11.50 Uhr mit Fabian Gramling, am Freitag um 11.50 Uhr mit Daniel Renkonen, um 13.50 Uhr mit Eberhard Gienger und um 16.45 Uhr mit der FDP-Ortsgruppe und der Ortsgruppe der Grünen. Auch der Sänger Hartmut Engler besucht Ellentopia: Er werde am Donnerstag ab 11.30 Uhr vorbeischauen, heißt es in der Mitteilung. Die Auftritte des Staatstheaters sind am Donnerstag und Freitag, jeweils um 11 und 15 Uhr, vorgesehen.

www.sals.ellentalgymnasien.de

Eintrittspreise für Ellentopia


Für alle Besucher werden Eintrittspreise erhoben, mit denen Besuchervisa ausgestellt und Geld in Ellentaler umgetauscht werden können. Diese sind wie folgt: bis 12 Jahre 4 Euro, ab 13 Jahren 6 Euro, Familien (zwei Erwachsene, zwei Kinder) 15 Euro. Ein Visum ermöglicht den einmaligen Eintritt in den Staat. Noch zu beachten sei, dass keine Waren nach Ellentopia eingeführt werden dürften, so die Schule. bz