Lothar-Späth-Carré Die ersten Bäume sind gefällt

Am Montag starteten die Baumfällarbeiten auf dem Lothar-Späth-Carré in Bietigheim-Bissingen. Gefällt werden unter anderem Zedern, Zypressen, Fichten und Mammutbäume.
Am Montag starteten die Baumfällarbeiten auf dem Lothar-Späth-Carré in Bietigheim-Bissingen. Gefällt werden unter anderem Zedern, Zypressen, Fichten und Mammutbäume. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 12.02.2019

Wohnungen oder Bäume, sagt Anette Hochmuth, Pressesprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen gegenüber der BZ. Grund für die Aussage sind die am Montag gestarteten Baumfällarbeiten auf dem Lothar-Späth-Carré. Die Baumfällarbeiten seien nötig, um das Bebauungsgebiet zu erschließen. Doch wie zahlreiche Leserbriefe an die BZ zeigen, sind nicht alle Bietigheim-Bissinger für die Fällung der Bäume. „Diese Wochen werden sicherlich weitere Leserbriefe eingehen“, sagt Hochmuth.

Beschwerden über die Fällungen gab es laut Hochmuth bei der letzten Infoveranstaltung zum Lothar-Späth-Carré im Januar diesen Jahres nicht. Hier konnten sich die Bürger erneut über den ersten Bauabschnitt informieren, der auch die Baumfällarbeiten beinhaltet. Seitens einiger Zuhörer wurde das Bauvorhaben zwar skeptisch betrachtet, doch wurden hauptsächlich der Verkehr und die Parksituation angesprochen (die BZ berichtete).

Zedern, Zypressen, Fichten

Wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt, werden nun auf dem südlichen Abschnitt des Lothar-Späth-Carrés, dem im Entwurf beschlossenen Bebauungsplangebiet „Stuttgarter-, Freiberger-, Gartenstraße – erster Bauabschnitt“, Bäume gefällt. Es handelt sich unter anderem um Zedern, Zypressen, Fichten und Mammutbäume. Ausgenommen sind einige Bäume im nördlichen Bereich, die später in eine circa 1040 Quadratmeter große Grünfläche eingebunden werden sollen. Im Inneren des Areals ist der sogenannte Lothar-Späth-Park geplant. Hierfür werden neue Bäume angepflanzt, teilt die Pressesprecherin mit. Zudem sollen einige der nun gefällten Baumstämme – wahrscheinlich die Mammutbaumstämme – auf dem dort geplanten Spielplatz als Klettermöglichkeit eingebaut werden, schreibt die Stadt. Neben diesen Klettermöglichkeiten sind unter anderem ein Trampolin und zwei Riesensschaukeln eingeplant.

Immer wieder nannte die Stadt den Naturschutz und die verschiedenen Eigentümer als Gründe, warum es auf dem Lothar-Späth-Carré nicht weitergeht. Bei den Eigentümern gebe es immer noch Verhandlungen. Deshalb wurde das Carré auch in verschiedene Bauabschnitte aufgeteilt. Beim Naturschutz sagt Anette Hochmuth: „Es wurde getan, was getan werden musste.“ Die Rede ist unter anderem von Artenschutzanalyse. In dieser wurde geprüft, ob mit der Bebauung Tiergruppen wie Vögel, Fledermäuse oder Reptilien beeinträchtigt werden. In der Beurteilung steht, dass „eine Nutzung des Gebiets durch mindestens 23 Vogelarten denkbar“ ist. Auch für Fledermäuse gebe es potenzielle Quartiere, allerdings konnten keine Fledermäuse nachgewiesen werden – so auch keine Reptilien. Daher empfiehlt der Bericht diverse Vermeidungsmaßnahmen, wie Einhaltung von Schonzeiten, Installation von künstlichen Quartieren sowie Begrünung der Außenanlagen. Werden diese Maßnahmen beachtet, sei der erste Bauabschnitt nach Bundesnaturschutzgesetz erlaubt. Gemäß Bundesnaturschutzgesetz dürfen zum Schutz der Tiere keine Gehölzrodungen in der Zeit vom 1. März bis 30. September durchgeführt werden. Um diese Vorgabe einzuhalten, werden die Arbeiten jetzt durchgeführt.

Der Gemeinderat hat zudem am 18. Dezember 2018 beschlossen, dass die Grundstückseigentümer eine Befreiung zur Fällung von Bäumen nach der Baumschutzsatzung beantragen können. Diese Satzung sieht eigentlich einen Schutz des Baumbestands der Stadt vor. Nach Paragraf fünf können die Grundstückseigentümer nun befreit werden. Die betreffenden Grundstücksflächen, auf denen sich der Baumbestand befindet und für die die Fällung beantragt wurde, stellen entweder überbaubare Fläche oder Erschließungsfläche dar.

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