Bietigheim-Bissingen Die drei Heilmittel der drei Könige

GABRIELE SZCZEGULSKI 04.01.2014
Dem christlichen Glauben nach brachten die Heiligen Drei Könige zur Geburt Jesu Weihrauch, Gold und Myrrhe. Der 6. Januar ist der Gedenktag für die drei Weisen. Es ist nicht überliefert, ob sie sich darüber bewusst waren, doch sie brachten Heilmittel.

Die Gaben, die Melchior, Kaspar und Balthasar dem neu geborenen Christuskind vor die Krippe legten, waren ziemlich wertvoll. Bei Gold liegt das auch heute noch auf der Hand. Weihrauch wird an hohen Festtagen in der Kirche als Räuchermittel verwendet wird. Vor 2.000 Jahren waren Weihrauch und Myrrhe in erster Linie Einbalsamierungsmittel für die Toten.

Zwar, so sagt der Bietigheimer Apotheker Alois Sterr, seien Weihrauch, Myrrhe und Gold heutzutage keine gängigen Heilmittel, die er in seinen Apotheken regelmäßig verkaufen würde, aber in anderen Kulturen, das wisse er, würde vor allem Weihrauch häufig verwendet. "Aber vor ein paar Jahren gab es mal einen Hype in puncto Weihrauch", so der Pharmazeut. Weihrauch ist luftgetrocknetes Gummiharz, das aus dem Weihrauchbaum gewonnen wird. Der beim Verbrennen entstehende Rauch wird für kultische Zwecke in verschiedenen Religionen verwendet. Doch ihm wird auch eine heilende Wirkung nachgesagt. "Vor ein paar Jahren ging das Gerücht um, Weihrauch sei gut als Krebsmedizin, aber medizinisch bewiesen war das nicht", so Sterr. Medizinisch zugelassene Medikamente aus Weihrauch gibt es in Deutschland bis heute nicht, damals musste Sterr das Mittel importieren.

Ätherische Öle aus dem indischen oder jemenitischen Weihrauch gibt es in vielen Drogerien und esoterischen Läden als Duftöl für Duftlampen zu kaufen und es soll, so steht auf der Packung, "das Immunsystem stärken, Ängste lösen, aber auch Viren in der Raumluft vernichten". In Cremes mit natürlichen fetten Pflanzenölen kann, so sagen Naturheilkundler, dieser Wirkstoff schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Weihrauch aus Äthiopien und Eritrea hingegen sorge für seelische Ausgeglichenheit und helfe gegen Schlafstörungen und depressive Verstimmung.

Ein weiteres Geschenk der Könige war Myrrhe, ein Balsambaumgewächs, von dem Harz gewonnen wird. Myrrhe wird in Zahnpasta und Mundwasser verwendet, weil es einen entzündungshemmenden, desinfizierenden und heilenden Effekt hat. Als Tinktur aus der Apotheke hilft es schnell bei Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbläschen. Das dritte der Geschenke der Könige für das Christuskind war Gold. Das Edelmetall wird unter anderem in der Zahnheilkunde eingesetzt. In den vergangenen Jahrhunderten fand es auch Anwendung in der Behandlung von Tuberkulose oder Epilepsie. Heute kommt Gold auch in der Homöopathie zum Einsatz, bei einer Depression, Angstzuständen und Erschöpfung. Auch in der Therapie von Gelenkarthrose würde Gold, weiß Alois Sterr, verwendet, es sei aber dabei zu beachten, "dass Schwermetalle wie Gold den Körper belasten".