Bogenviertel Die Bürger planen bei der Gestaltung mit

Zahlreiche Besucher waren am Mittwochabend zur „Planungsmesse“ in die Aurainhalle gekommen.
Zahlreiche Besucher waren am Mittwochabend zur „Planungsmesse“ in die Aurainhalle gekommen. © Foto: Richard Dannenmann
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 03.05.2018

Einen Radweg über die B 27 prüfen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten in Bahnhofsnähe, kulturelle Angebote oder Grünflächen über das ganze Gebiet – diese und viele weitere Vorschläge für die Gestaltung des Bogenviertels machten die Besucher der „Planungsmesse“ am Mittwochabend in der Aurainhalle. Die Stadtverwaltung hatte zu der Veranstaltung eingeladen, um zu erfahren, welche Vorstellungen die Bürger ergänzend zu den Plänen der Fachbüros haben.

Wie berichtet will die Stadt Bietigheim-Bissingen gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Oswa aus Ingersheim im Bogenviertel, dem 85 000 Quadratmeter großen, ehemaligen DLW-Areal zwischen Stuttgarter Straße und den Bahngleisen, neue Wohn- und Gewerbeflächen schaffen. Dazu war europaweit ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt worden, an dem sich 25 Büros beteiligt haben. Das Preisgericht hatte am 10. April die besten sechs Arbeiten ausgesucht, die anschließend zusammen mit allen weiteren Arbeiten in einer Ausstellung in den Marktplatz Arkaden zu sehen waren.

Auch bisher schon haben sich Bürger gegenüber der Stadtverwaltung zu dem Projekt geäußert, wie Bürgermeister Joachim Kölz gegenüber der BZ sagte. Daraus wisse man etwa, dass die Verkehrserschließung eine große Rolle spiele. Klar sei, dass im Bogenviertel das klassische Konzept, dass jeder rein oder raus fahre wie er wolle, nicht funktioniere.

So wird beispielsweise mit Turbokreiseln geplant. Doch alle Büros, die bereits in der ersten Wettbewerbsrunde einen Verkehrsplaner hinzuziehen mussten, müssten noch etwas nacharbeiten, so Kölz.

„Nutzen Sie die Chance“, hatte Oberbürgermeister Jürgen Kessing in seiner Begrüßung die Bürger dazu aufgefordert, in der Aurainhalle das Gespräch mit den Planungsbüros und der Stadtverwaltung zu suchen. In der Tat bildeten sich nach der Einführung schnell Gruppen um die verschiedenen Stellwände.

Im November steht Sieger fest

Bei dem moderierten Dialog wurden – wie bereits bei der Verkehrsplanung – Vorschläge notiert und neben den Plänen des jeweiligen Büros angebracht. Orange für Wohnen/Leben, gelb für Arbeit/Freizeit, grün für Spielen/Grünflächen,  rosa für Erschließung/Mobilität. Die Planer seien es nicht unbedingt gewohnt, in den Dialog mit den Bürgern zu treten, meinte Kölz, aber heutzutage und zumal bei einem so großen Projekt gehöre das dazu.

Die Anregungen lauteten beispielsweise oberirdisches Parken, Mehrgenerationenhäuser, kein „08/15-Quartier von der Stange“, Bau vieler Mietwohnungen oder „Mut zur Höhe wie beim Sky“. Die Ergebnisse sollen nun in die Auslobung zum zweiten Teil des Wettbewerbs einfließen, bei dem von den Büros auch ein Landschaftsarchitekt hinzugezogen werden muss. Bis Herbst dieses Jahres können die sechs Planer der Preisgruppe ihre Entwürfe nochmals überarbeiten und erneut einreichen. Die Jury wird dann im November den endgültigen Wettbewerbssieger auswählen.

„Jede Arbeit hat das Potenzial, nachher der Sieger zu sein“, sagte der Vorsitzende der Wettbewerbsjury, Diplom-Ingenieur Matthias Schuster.

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