Bietigheim-Buch Der Sportmediziner Thimm Furian will Mitarbeiter in Bewegung bringen

Zu den Aufgaben von Dr. Thimm Furian gehören auch leistungsdiagnostische Untersuchungen bei Patienten.
Zu den Aufgaben von Dr. Thimm Furian gehören auch leistungsdiagnostische Untersuchungen bei Patienten. © Foto: Anja Rückschloß
24.06.2016
Die Vorfreude auf die siebte Auflage des BZ-Firmenlaufes steigt. Dr. Thimm Furian rät Unternehmen, dieses Ereignis nur als Ausgangspunkt zu sehen.
Den BZ-Firmenlauf, der am 14. Juli zum siebten Mal ausgetragen wird, können Firmen aus Bietigheim und der Umgebung auf vielfältige Weise für sich nutzen: Zum einen bekommen Mitarbeiter die Möglichkeit, nach der Arbeit zusammen noch etwas für die Fitness zu tun. Das gemeinsame Training und vor allem das Laufereignis an sich mit seiner großen After-Lauf-Party bieten zudem die Gelegenheit, das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Firma zu stärken. Furian hat aber noch eine weiter gehende Idee, wie Unternehmen einen solchen Firmenlauf für sich nutzen können. „So ein Event ist immer auch eine gute Möglichkeit, die betriebliche Gesundheitsförderung im Unternehmen auf eine neue Grundlage zu stellen“ sagt er. Es gehe nicht nur darum, alle Mitarbeiter mit dem gleichen Trikot auszustatten, sondern diese längerfristig in Bewegung zu bringen. „Die Mitarbeiter sollen sagen, ,Das war nicht schlecht, was kommt als nächstes’“. So gebe es beispielsweise die Möglichkeit, eine Lauftreffgruppe anzubieten oder die Firmenlaufteilnehmer in eine bereits bestehende Betriebssportgruppe zu integrieren. Furian, weiß, wovon er spricht. Der Sport- und Allgemeinmediziner hat eine überörtliche Gemeinschaftspraxis („Ärzte am Werk“) mit Niederlassungen am Stuttgarter Flughafen, in Deizisau, in Bietigheim – in den Räumlichkeiten des Rehazentrums Hess – und im Schwarzwald. Einen Großteil seiner Zeit verbringen Furian und seine Mitarbeiter vor Ort in Firmen. „Wenn es sein muss, gehen wir mit Sicherheitsschuhen direkt an den Arbeitsplatz eines Monteurs und machen dort Übungen oder Ergonomieberatungen“, erzählt der 52-Jährige, der lange Jahre am Sportmedizinischen Institut der Universität Tübingen und an der Sportklinik Stuttgart in Bad Cannstatt gearbeitet hat und seit knapp zehn Jahren die Mannschaft der Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer betreut. Furian, dessen Gemeinschaftspraxis „Ärzte am Werk“ auch als Sponsor des BZ-Firmenlaufes fungiert, denkt bei betrieblicher Gesundheitsfürsorge aber weit über Reihenuntersuchungen und Arbeitsplatzergonomieberatungen hinaus. „Mir ist wichtig, die Menschen zu regelmäßiger Bewegung hinzuführen“, erklärt er. Deshalb hat er schon vor einigen Jahren ein so genanntes „Start to move-Projekt“ entwickelt, mit dem er Firmenmitarbeiter in Ausdauersportarten bringen will. „Ausdauersport fördert das Herz-Kreislauf-System, beugt Zuckererkrankungen und bestimmten Krebsarten vor“, informiert er. Eine seiner Erfahrungen dabei war, dass man die Menschen nicht so eng bei der Hand nehmen darf, sondern sie zu Eigenverantwortung erziehen sollte. „Wir haben uns in einem bestimmten Wochenrhythmus getroffen und dann alle anstehenden Probleme vom Trainingsplan über Ernährung bis zu Motivationsproblemen besprochen“, sagt er. Betriebliche Gesundheitsfürsorge müsse auch nicht teuer sein, stellt Furian klar. Es reiche zum Beispiel, ein Schild an allen Aufzügen im Betrieb anzubringen: „Eine Etage zu Fuß gehen, entspricht dem Abbau von acht Gummibärchen“.