Bietigheim-Bissingen Der lange Weg zum neuen Parkhaus

ANDREAS LUKESCH 31.12.2015
2015 kann endlich mit dem Parkhaus-Neubau am Bietigheimer Krankenhaus begonnen werden. Der Bau nimmt nicht einmal einen Bruchteil der Zeit in Anspruch, die zuvor die Diskussion darüber benötigt hat.

Mitte Juni setzt Oberbürgermeister Jürgen Kessing in strömendem Regen den ersten Baggerbiss für ein Parkhaus, was an für sich nicht ungewöhnlich ist. Doch das Parkhaus, das dort unterhalb des Krankenhauses entstehen wird, ist kein gewöhnliches Abstellgebäude für 304 Autos. Es ist ein 3,5 Millionen Euro teures Zeichen.

Ein Zeichen, dass die Regionale Kliniken Holding RKH den Klinikenstandort Bietigheim-Bissingen weiter ausbauen wird. Dass dies zwischenzeitlich gar nicht mehr so sicher war, lag nicht etwa am Häuserschließungs-Virus, der die Kliniken befallen hat, sondern an städtebaulichen und grundsätzlichen Auseinandersetzungen der Kliniken mit der Stadt um das Parkhaus als erstem Baustein eines weitgehenden Ausbaus am Standort. Es bedarf zahlreicher Gemeinderatssitzungen und unzähliger Gespräche (nicht ohne gegenseitige Schuldzuweisungen), bis die Planung und Umsetzung auf den Weg gebracht werden können - und bis ein Investor gefunden ist, denn das Parkhaus wird privat gebaut und betrieben.

Es ist aber auch ganz praktisch bitter nötig. Seit Schließung der einstigen Tiefgarage müssen sich die Klinik-Beschäftigten mit einem Provisorium behelfen, während die Anwohner rund um das Karankenhaus unter wachsendem Park-Suchverkehr leiden. Deshalb soll mit der Eröffnung des neuen Parkhauses auch flächendeckend ein kostenpflichtiges Anwohnerparken in den Quartier eingeführt werden, was nicht bei allen Anliegern gut ankommt. Zumindest dauert das ganze Verfahren länger als angekündigt, denn eigentlich sollten die Schilder schon nach der Sommerpause stehen.