Seit rund sechs Jahren gibt es an der Realschule Bissingen den bilingualen Zug. Das bedeutet: Die Kinder werden von Klasse fünf bis zehn in zwei Fächern in Englisch unterrichtet.  Am Mittwochnachmittag informierte die Schule beim Tag der offenen Tür über ihr Angebot. In Scharen kamen Eltern potenzieller neuer Fünftklässler.

Rund 450 Kinder besuchen derzeit die Realschule Bissingen. In jedem Jahr kommen derzeit, seit es dort den bilingualen Zug gibt, zwischen 70 und 80 Kinder dazu. Schulleiter Hanspeter Diehl spricht von einem moderaten Anstieg. Und erklärt, dass es zwar steigende Schülerzahlen gebe, dass man aber nicht von einer Explosion reden kann.  „Mehr als drei Klassen einer Stufe können wir hier nicht unterrichten. Wir brauchen mehr Platz, dringend“, erklärt der Schulleiter und hat die Schulerweiterung dabei schon im Hinterkopf.

Geografie auf Englisch

Die Bissinger Realschule ist auch deshalb so begehrt, weil sie einen bilingualen Zug anbietet. Geografie werde für alle in Englisch unterrichtet, sagt der Schulleiter. Die Fächer Sport und Kunst werden im bilingualen Zug in Klasse fünf und sechs in Englisch abgehalten, in Klasse sieben und acht passiert das Gleiche in Musik, und in Klasse neun und zehn findet für die Teilnehmer am bilingualen Zug Geschichtsunterricht auf Englisch statt. „Geschichte in Englisch zu unterrichten, macht erst Sinn, wenn die Kinder die Sprache auch schon flüssig reden können“, erklärt Diehl.

Aber nicht nur das besondere sprachliche Angebot lockt Eltern scharenweise am Mittwochnachmittag in die Realschule. „Seit zwei Jahren sind wir auch als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet“, erklärt der Schulleiter stolz. MINT ist ein naturwissenschaftlicher Fächerverbund. An der Schule gibt es sogar eine MINT-AG.

Und diese MINT-AG ist ein Beispiel dafür, wie sehr die Schüler selbst diesen Tag der offenen Tür mitgestalten, um anderen einen lebendigen Eindruck von ihrer Schule zu vermitteln. „Hier bauen wir zusammen mit den Kindern, die uns heute besuchen, mit Zungenspateln eine Schlange aus Holz, die blitzschnell nach vorne schnellen kann“, erzählt Eva, zwölf Jahre, und lacht.

Die Eltern lassen sich derweil von Schulleiter Diehl in die Strukturen der Schule einweisen oder schauen sich den Naturwissenschaftsbereich an oder den Technikbereich, die Zimmer, wo bilingual unterrichtet wird, oder gleich das ganze Schulhaus. Überall werden sie von Schülern und Lehrern empfangen und haben die Möglichkeit, sich ein lebendiges Gesamtbild zu machen. „Ich finde das in der heutigen Zeit so wichtig, dass unsere Kinder nicht nur Englisch in der Schule lernen, sondern auch Gelegenheit haben, Englisch im Alltag zu sprechen. Das müssen sie vielleicht später im Berufsleben auch“, sagt Luise Bauer, deren beide große Kinder schon an der Realschule sind. Da ist fast schon klar, dass Nesthäkchen Miriam den gleichen Weg einschlagen wird. „Die reden sogar manchmal beim Mittagessen englisch“, erzählt Miriam, neun Jahre.