Bietigheim-Bissingen Datenklau muss nicht sein - Tipps vom Datenschutzbeauftragten

Für sicheres Surfen und Einkaufen im Internet empfiehlt der Datenschutzexperte Claus Manny Suchmaschinen mit anonymer Suchfunktion.
Für sicheres Surfen und Einkaufen im Internet empfiehlt der Datenschutzexperte Claus Manny Suchmaschinen mit anonymer Suchfunktion. © Foto: dpa
STEPHANIE KEBER 17.07.2014
Der NSA-Skandal hat viele wachgerüttelt und nach dem Bekanntwerden der aktuellsten Spitzel-Affären fragen sich Verbraucher, wie sicher ihre Daten sind. Doch wie kann man sich vor Angriffen schützen?

Die persönlichen Daten werden in einer "Cloud" gespeichert, mit Freunden wird über Whatsapp oder Facebook kommuniziert und mit GoogleMail wird noch schnell die Kündigung an den Vermieter verschickt. Wer da noch glaubt, seine Daten seien privat, der irrt sich. Datenklau ist allgegenwärtig und nach dem Bekanntwerden der aktuellsten Spitzel-Affären der USA beim deutschen Bundesnachrichtendienst, fragen sich Unternehmen und Bürger, wie sie ihre Daten schützen können. Denn egal ob E-Mails, Online-Banking oder Smartphones, alles liefert unbefugten Hackern eine Angriffsfläche zur Spionage.

Doch es gibt Möglichkeiten, die interne Kommunikation, ob unter Privatpersonen oder Unternehmen, sicher zu gestalten. "Beim Versenden von E-Mails hat man zum Beispiel die Möglichkeit, seinen Austausch zu verschlüsseln", sagt Claus Manny, Leiter des Referats "Technisch-organisatorischer Datenschutz, Medien, Internet, Telekommunikation" der Datenschutzbeauftragten in Baden-Württemberg.

Hierbei handle es sich um ein E-Mail-Programm das mit dem RSA-Verfahren arbeitet. "Aber das wird sich vermutlich nicht durchsetzen, weil das Ganze nicht funktioniert, wenn die Gegenseite nicht mitmacht", so Manny. Bei diesem Verfahren werde nicht nur die E-Mail sicher transportiert, sondern auch der Inhalt verschlüsselt.

Doch nicht nur kommuniziert wird im Internet, sondern auch Bankgeschäfte werden online abgewickelt. Generell vom Online-Banking abraten würde Manny nicht: "Es gibt beim Banking im Internet viele relativ sichere Möglichkeiten. Nicht empfehlen würde ich jedoch die Alternative, bei der der Kontoinhaber den Key auf sein Handy geschickt bekommt. Diese Methode gilt im Allgemeinen als nicht mehr sicher."

Auch das Bezahlen mit Kreditkarte im Internet kann Manny weder als "gut" noch "schlecht" bezeichnen: "Natürlich sollten sich die Verbraucher darüber im Klaren sein, dass sie alles aus den Händen geben, wenn sie die Kreditkartennummern unüberlegt nach der Aufforderung im Internet eintippen, um zu bezahlen." Sicher wäre hier, wenn die Abwicklung in zwei Schritten und mit der zusätzlichen Eingabe eines, von der Bank zugewiesenen und persönlichen Codes ablaufen würde.

Bei den Smartphone-Apps sei die Information das A und O. "Hier sollte man wirklich aufpassen und immer abwägen, was die App verlangt und was wirklich für die jeweilige Funktion der App von Nöten ist", sagt Manny. Im Zweifelsfall empfiehlt der Datenschutzexperte, von der Installation einer App abzusehen. "Aber die Wenigsten können einen Zusammenhang herstellen und bewerten, welche Zugriffe zur Funktion der App wirklich erforderlich sind", meint Manny. Das liege vermutlich auch daran, dass es Verbrauchern nicht einfach gemacht werde zu verstehen, was hinter den verschiedenen Zugriffsberechtigungen steckt. Denn die wenigsten Apps hätten hierzu Erklärungen hinterlegt.

Beim Surfen im Internet empfiehlt Manny Suchmaschinen zu verwenden, die eine anonyme Suche ermöglichen. "Es gibt nämlich nicht nur Google", meint er. Diese anonymen Suchmaschinen würden die IP-Adressen nicht weiterreichen und würden auch keine Cookies verwenden. So sei es auch nicht möglich, ein genaues Such- und Interessen-Profil anzulegen, denn die Suchanfragen können keiner IP-Adresse zugewiesen werden.

"Die bekannten Suchmaschinen wie Google und Bing arbeiten auch noch mit zwei Arten von Cookies", erklärt Manny. Die sogenannten technischen Cookies seien dafür zuständig, dass eine Person wiedererkannt wird, beispielsweise bleiben Bestellungen im Warenkorb liegen, auch wenn die Person die Internetseite kurz verlassen hat. "Dann gibt es noch die Verfolgungs-Cookies, die unsere Interessen und Vorlieben auslesen und hierdurch personenbasierte Werbung schicken. Das geht dann soweit, dass man uns verleiten will, noch mehr zu kaufen", erklärt Manny.

Doch auch hier gibt es für den Verbraucher die Möglichkeit sich zu schützen. "Jeder kann in seinem Internetbrowser bei den Datenschutzeinstellungen entscheiden, wann und wo die Cookies ausgeschalten werden sollen", so Manny. Als Alternative zu Google kann Manny die Suchmaschinen "Duck Duck go", "StartPage", "IxQuick" und "MetaGer" empfehlen.