Kreisversammlung Das Rote Kreuz steht vor Herausforderungen

Walter Adler (Dritter von links) ehrte bei der Kreisversammlung die verdienten Mitglieder des DRK.
Walter Adler (Dritter von links) ehrte bei der Kreisversammlung die verdienten Mitglieder des DRK. © Foto: Uwe Deecke
Kirchheim / bz 02.07.2018

Die Gemeindehalle war am Freitag voll mit allen 149 Delegierten, die die Ortsvereine zur Kreisversammlung nach Kirchheim geschickt hatten. Bürgermeister Uwe Seibold kannte noch einige von ihnen, denn er war sechs Jahre lang stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Ludwigsburg, in dem 2500 ehrenamtliche Helfer in 41 Ortsvereinen, 38 Sanitäts- und einer Bergwachtbereitschaft und einer Rettungshundestaffel organisiert sind. In seiner Begrüßung hob der Vorsitzende des kleinsten Ortsverbands im Kreis die Aufgabe des DRK hervor: „Die Betreuung von Senioren und sozial schwachen Menschen, die das Rote Kreuz seit Jahrzehnten umfassend und zuverlässig übernimmt.“ Wichtig sei, das DRK für die Aufgaben der Zukunft aufzustellen.

Darum ging es auch Wolfgang Haalboom, Vizepräsident des Landesverbands Baden-Württemberg, in seiner Rede. Angesichts der demografischen Entwicklung komme der Mitgliedergewinnung besondere starke Bedeutung zu. „War es früher selbstverständlich, Mitglied im DRK zu werden, so ist das heute anders“, beschrieb Haalboom das Problem. Das DRK müsse weiter im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen und sich in der Öffentlichkeit richtig darstellen. Im Mittelpunkt des DRK stehe aber immer noch Hilfe statt Wirtschaftlichkeit, mit der das Rote Kreuz in der Vergangenheit zu kämpfen hatte.

Umsatz steigt

Es gebe Veränderungen auf Landesebene, neue Persönlichkeiten mit alten Herausforderungen. Der Rettungsdienst, so Haalboom, könne nicht losgelöst vom Gesundheitssystem funktionieren. Ärzte sollten in der Leitstelle vertreten sein, und man brauche auch eine medizinische Notfallnummer statt der 112, die von allen angerufen wird.

Wichtig sei, das Ehrenamt aufzuwerten, erklärte Halboom. Über neue Formen des Ehrenamts nachzudenken, sei für das DRK erforderlich, da sich die Menschen heute nicht mehr so binden. Projektorientierte, freie Helfer einzubinden, sei dafür ein Konzept. Eine bessere Aufwandsentschädigung sei ohnehin überfällig nach 27 Jahren der alten Regelung, forderte der Vizepräsident. Nun sei es gelungen, die Finanzen wieder in ruhiges Fahrwasser zurückzuführen. Der Umsatz stieg dabei im Landkreis in allen Sparten: Beim Rettungsdienst von 10,04 auf 10,23 Millionen Euro, bei der allgemeinen Rot-Kreuz-Arbeit von 1,77 auf 1,84 Millionen Euro und bei den Sozialen Diensten von 2,28 auf 2,63 Millionen Euro. Es ergab sich im vergangenen Jahr ein Jahresüberschuss von 409 46 Euro.

Der Kreisverbandsvorsitzende Walter Adler hob dies auch in seinem Jahresbericht hervor. „Die  Finanzlage hat sich im Vergleich zu den Vorjahren gefestigt.“ Es werde aber immer aufwendiger, die Aufgabenerfüllung zu meistern. Lobende Worte fand auf der Versammlung auch das Helfer-vor-Ort-Projekt, das die schnelle Hilfe in den Kommunen verbessert. Im Anschluss wurde die neue Satzung vorgelesen und bei zwei Gegenstimmen beschlossen. Wichtigste Änderung: Der Vorstand wird nun auf 24 Personen erweitert.

Mitglieder geehrt

Der Kreisverbandsvorsitzende Walter Adler nahm zwölf Ehrungen vor: Thomas   Holzwarth (Bereitschaftsleiter Marbach, Rot-Kreuz-Medaille Bronze), Jochen Huber (stellvertretender Bereitschaftsleiter Münchingen, Rot-Kreuz-Medaille Bronze), Harald Auchter (Bereitschaftsleiter Kirchheim, Rot-Kreuz-Medaille Silber), Georg Hoppe (Bereitschaftsleiter Markgröningen, Rot-Kreuz-Medaille Silber),  Andrea Kastilahn (Bereitschaftsleiterin Pleidelsheim, Rot-Kreuz-Medaille Silber), Elke Vellm (Bereitschaftsleiterin Hemmingen, Rot-Kreuz-Medaille Silber), Lisa Vogt (Poppenweiler, Rot-Kreuz-Medaille Silber, Peter Böhm-Sturm (Korntal, Rot-Kreuz-Medaille Gold, Günter Dollenmaier (Poppenweiler, Rot-Kreuz-Medaille Gold), Michael Neuweiler (Affalterbach Rot-Kreuz-Medaille Gold), Sabine Schilke (Gerlingen, Rot-Kreuz-Medaille Gold) und Gabriele Strobel (Ludwigsburg, Rot-Kreuz-Medaille Gold). dee

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