Wie im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber musste die CDU auch in Bietigheim-Bissingen kräftig Federn lassen. Bei den Zweitstimmen erzielte sie 30,8 Prozent, gegenüber der Bundestagswahl 2013 (44,2 Prozent) ist das ein Minus von 13,4 Prozentpunkten. Damit ist der Verlust der Christdemokraten an Enz und Metter größer als im Durchschnitt des Wahlkreises Neckar-Zaber, wo er 12,3 Prozenpunkte beträgt.

Blickt man auf die Erststimmen, wird das Bild nicht besser, im Gegenteil. In Bietigheim-Bissingen, wo der Bundestagsabgeordnete Eberhard Gienger sein Wahlkreisbüro unterhält, machten 37,2 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei Gienger, im Jahr 2013 waren es noch 51 Prozent. Das Minus von 13,8 Prozentpunkten fällt also noch geringfügig größer aus als bei den Zweitstimmen und ist auch etwas ausgeprägter als im gesamten Wahlkreis (13,2).

Für die Sozialdemokraten, deren Partei in der Stadt der Oberbürgermeister angehört, war es ebenfalls ein bitterer Abend. Sie konnten in Bietigheim-Bissingen ganze 16,9 Prozent an Zweitstimmen einfahren. Zum Vergleich: 2013 waren es rund 21,7 Prozent, ein Minus von 4,8. Kleiner Trost: Die Genossen sind damit noch geringfügig besser bedient als im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber (knapp 16,5).

Auch bei den Erststimmen ist die SPD in Bietigheim-Bissingen besser als im Wahlkreisdurchschnitt: Kandidat Thomas Utz holte in der Stadt 21 Prozent, im ganzen Wahlkreis 19,7. Bei seinem Vorgänger Thorsten Majer war der Erststimmenvorsprung indes noch ausgeprägter gewesen: Er hatte 2013 sein Zweitstimmenergebnis von 21,7 Prozent mit einem Erststimmenanteil von 27,9 Prozent deutlich übertroffen.

Drittstärkste Partei sind in Bietigheim-Bissingen die Grünen. Sie konnten ihr Zweitstimmenergebnis gegenüber 2013 um 2,4 Prozentpunkte von 12,6 auf 15 Prozent steigern. Die Grünen sind in der Stadt stärker als wahlkreisweit, wo sie auf 13,15 Prozent kamen. Das Erststimmenergebnis von Kandidatin Catherine Kern bleibt mit 14 Prozent etwas hinter dem Zweitstimmenanteil zurück.

Relativ dicht dahinter folgt die FDP (14,4 Prozent der Zweitstimmen), die sich mehr als verdoppelt hat. Damit blieb sie minimal hinter dem Ergebnis im gesamten Wahlkreis (14,7). Bei den Erststimmen fallen die Liberalen genau wie im Wahlkreisdurchschnitt in der Stadt deutlich ab: Kandidat Marcel Distel holte hier 8,6 Prozent.

FDP vor AfD

Die AfD muss sich in Bietigheim-Bissingen mit 12,7 Prozent der Zweitstimmen mit Platz 5 begnügen. Betrachtet man das Erststimmenergebnis von Kandidat Marc Jongen (12,3 Prozent) liegt sie hingegen auf Rang 4 vor der FDP.

Die Linke ist bei den Zweitstimmen deutlich über die fünf Prozent geklettert (6,3), bei den Erststimmen schaffte es Kandidat Walter Kubach (5,3 Prozent) nur ganz knapp. 2013 war die Partei noch knapp unterhalb der fünf Prozent geblieben. Die Linke ist damit in Bietigheim-Bissingen etwas stärker als wahlkreisweit.

Blickt man in die einzelnen Wahlbezirke, so ist zu sehen, dass die CDU ihr stärkstes Ergebnis in Bissingen im Wahlbezirk Kindergarten Schillerstraße verzeichnete, wo sie fast auf 35 Prozent kam. Das schwächste (22,3 Prozent) gab es im Wahlbezirk Rathaus Bietigheim.

Die „Hochburg“ der SPD mit 26 Prozent ist der Wahlbezirk Gustav-Schönleber-Schule im Buch. Aber auch der Tiefstwert (13 Prozent) wurde im Buch verzeichnet, im Bezirk Bietigheimer Wohnbau.

Ebenfalls im Buch befindet sich im Übrigen die Hochburg der AfD: Diese schnitt im Wahlbezirk Fliederweg am besten ab und kam auf einen Stimmenanzahl von 26,8 Prozent. Sie liegt dort nur hauchdünn hinter der CDU (27,1). Mehr als 20 Prozent holte die Partei ferner in den Bezirken Agentur für Arbeit (22,6) und Kinderhaus Buch im Gröninger Weg (21 Prozent).