Seit gut einer Woche stapeln sich die Müllsäcke neben dem Altkleidercontainer in der Straße Im Bodenrain in Richtung Sportplatz in Metterzimmern. Die Anlieger sind genervt und auch auf Facebook empören sich Menschen über den „unmöglichen Zustand“. So auch Rose Weigel, die sich an die BZ wandte. Weigel hat von zu Hause aus den Container im Blick und sieht immer wieder Säcke dort liegen. Doch so schlimm wie derzeit sei es noch nie gewesen. Das bestätigt auch Stadtsprecherin Anette Hochmuth. „Unsere Bauhofmitarbeiter sind regelmäßig dort und räumen Müll weg.“ Denn der Standort biete sich für das illegale Müllablegen an, so die Sprecherin. Er liegt eher abseits mit großen Büschen rundherum und ist nachts schlecht einsehbar.

Doch die Stadt und das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die hier den Container aufgestellt haben, haben gute Nachrichten: Gerade weil sich der Standort als schlecht erwiesen hat, wird der Container hinter die Michaelskirche versetzt. Dort falle es eher auf, wenn jemand illegal seinen Müll entsorgt. Der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Bietigheim-Bissingen, Tobias Csanitz, sagt, dass dies noch diese Woche passieren soll. Sobald der Container versetzt ist, wird der Bauhof den Müll entsorgen, sagt die Stadtsprecherin. Bis dahin müssen sich Anlieger und Besucher gedulden. Die Erfahrung habe leider gezeigt, dass sich nach einer Räumung in kurzer Zeit wieder Müll ansammelt, so die Stadt.

Ein- bis zweimal geleert

Die DRK-Container werden ein bis zweimal die Woche geleert, von einem „Fahrzeug mit Stuttgarter Kennzeichen“. Csanitz sieht zwei Gründe für die Vermüllung rund um Altkleidercontainer. Zum einen sei es ein generelles gesellschaftliches Problem, dass immer mehr Menschen ihren Müll nicht ordnungsgemäß beseitigen. Das kann auch die Stadt bestätigen. Anette Hochmuth sagt, dass an allen Kleidercontainern immer wieder auch Müllsäcke oder andere Gegenstände abgelegt werden.

Auf Facebook kommentieren viele Bietigheimer, dass es vielerorts ähnlich aussieht: Am Cap-Markt in Bissingen, an den Parkplätzen rund um den Bahnhof und das Kaufland und die Buchstraße werden genannt. „Es ist nirgends so schlimm wie dort“, sagt indes Hochmuth zu Metterzimmern. Der DRK sei bekannt, dass illegale Mitbewerber an Containern anderer Organisationen Müll ablegen, um diese unattraktiv zu machen. In solchen Fällen wird dann auch die Polizei involviert. „Es ist eine traurige Geschichte, wir wollen damit ja helfen“, sagt der DRK-Vorsitzende.

Tobias Csanitz bittet auch die Bevölkerung um Mithilfe. Wer sieht, dass Müll abgeladen wird, solle sich das Kennzeichnen notieren und die Polizei informieren. Nur so könne auch etwas dagegen gemacht werden. Denn sowohl für DRK und Stadt ist das Müllentsorgen teuer. „Unsere Fahrer nehmen alles in den Containern mit“, sagt Csanitz. Danach wird es nach Brauchbarkeit sortiert. Vieles aber sei schlichtweg Müll und müsse dann teuer entsorgt werden: Gebrauchte Unterwäsche, kaputte Kleidung, Müll und manchmal auch ein totes Tier seien schon in diversen Container gefunden worden.

„Wir sind ja nicht die Bösen“, sagt Tobias Csanitz über diesen Fall und das sieht auch die Stadt so, die dem DRK für die Entsorgung keine Rechnung ausstellen wird. „Sie können hier ja nichts für“, sagt Hochmuth. Anders sehe dies bei Containern auf privatem Grundstück aus. Hier werden die Organisationen und die Grundstückseigentümer zunächst gebeten, den Müll zu entsorgen. Geschieht dies nicht,  entsorgt die Stadt kostenpflichtig.