Die Gesellschaft altert, und damit ändern sich auch die Bedürfnisse. Ob bei der Freizeitgestaltung, im Sport oder im Alltag. In einem Schwerpunkt zeigt die BZ spezielle Angebote für Senioren im Landkreis.

Beispiel Umgang mit dem Computer: Hier tun sich Ältere erfahrungsgemäß schwerer als Jüngere, die damit aufwachsen. Laut Peter Röhl (65), Vorstandsmitglied der Aktiven Senioren in Bietigheim-Bissingen und für die Betreuung der Internetseite zuständig, kommt es häufig vor, dass Senioren von ihren Enkeln einen PC geschenkt bekommen, aber im Umgang damit überfordert sind. An solche und andere Anfänger im Seniorenalter richtet sich ein neues Angebot der Aktiven Senioren, mit dem Ältere „Fit für den PC“ gemacht werden sollen.

Das Besondere an dem Kurs, der in Kooperation mit der Aurain-Realschule stattfindet und am 24. Januar beginnt: Den Teilnehmern stehen Schüler zur Seite. Die Dozenten geben Übungen vor, die die Teilnehmer machen müssen, bei der Umsetzung helfen ihnen die Schüler. Man verfolge damit noch zwei weitere Ziele, erzählt Peter Röhl: Zum einen sollen die Schüler begreifen, „wie die Senioren ticken“. Sie sollen lernen, dass diese beispielsweise länger brauchen, um eine Webseite zu erfassen, und ein Gespür dafür entwickeln, wie man Dinge vermittelt. Dazu gehöre auch, anders zu reden, als sie dies untereinander tun. Umgekehrt sollten die Senioren sehen, wie die Jugend heute drauf sei.

Die Nachfrage war groß. 15 Teilnehmer haben sich angemeldet. „Wir sind damit übervoll“, berichtet Röhl, mehr könnten nicht teilnehmen. Ihnen stehen zehn Schüler als Helfer zur Verfügung. Kursleiter ist Wolfgang Wendt, auch Udo Fürderer und Peter Röhl sind Dozenten. Röhl ermutigt aber auch Interessenten, die jetzt nicht mehr zum Zuge kamen, sich zu melden. Es gebe eine Warteliste, und es sei geplant, weitere Kurse dieser Art anzubieten. Teilnehmen können Mitglieder der Aktiven Senioren, denen außer möglichen Materialkosten sonst keine Kosten entstehen.

Auch Workshops fürs Handy

Kursschwerpunkte sind an acht Terminen die Hardware, das Betriebssystem Windows, das Surfen im Internet, inklusive Youtube, Einkaufen, Banking und mehr, das Schreiben von E-Mails, das Schreiben von Briefen (ohne Word) und das Ordnen, Verwalten, Bearbeiten und Sichern von Fotos.

Der Umgang mit PC sowie Handy ist laut Peter Röhl auch bei Älteren auf dem Vormarsch. Von 400 Mitgliedern der Aktiven Senioren hätten circa 60 Prozent Handy und E-Mail-Adresse. Für ihn selbst – er ist Selbstständiger – sei der PC schon seit den 90er-Jahren unverzichtbares Arbeitsmittel. „Ohne EDV kann ich nicht existieren.“

Speziell für die Handynutzung bieten die Aktiven Senioren in Bietigheim-Bissingen  zudem an jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat ab 16 Uhr einen kostenlosen Workshop für ihre Mitglieder an. Diese bringen dazu ihr Handy mit. So hat Wolfgang Wendt am vergangenen Mittwoch beispielsweise gezeigt, wie man Daten vom Handy auf andere Geräte übertragen kann. Für die nächsten drei Jahre habe man genug Themen, sagt Röhl.

Er weiß, dass ältere Menschen oft das Problem haben, dass es mit der Motorik nicht mehr so gut klappt. Etwa bei der Bedienung der Maus, wenn man einen Doppelklick machen muss, oder beim Tippen ins Handy. Röhl macht aber Mut: Durch viel Übung könne man das lernen. „Die Wiederholung macht’s“, so seine Feststellung zum Umgang mit der Computertechnik.