Bietigheim-Bissingen Christoph Gärtner schenkt Stadt umfangreiche "Heimatsammlung"

Christoph Gärtner (l.) überreichte Oberbürgermeister Jürgen Kessing (r.) seine komplette "Postgeschichtliche Heimatsammlung" über Bietigheim-Bissingen. Im Bildhintergrund (v.l.) sieht man seine Eltern Walter und Heidrun Gärtner sowie Maria Dewald vom Auktionshaus.
Christoph Gärtner (l.) überreichte Oberbürgermeister Jürgen Kessing (r.) seine komplette "Postgeschichtliche Heimatsammlung" über Bietigheim-Bissingen. Im Bildhintergrund (v.l.) sieht man seine Eltern Walter und Heidrun Gärtner sowie Maria Dewald vom Auktionshaus. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / MICHAEL KRAUTH 23.01.2015
Christoph Gärtner hat der Stadt seine "Postgeschichtliche Heimatsammlung Bietigheim-Bissingen" geschenkt. Diese umfangreiche Sammlung mit Objekten aus drei Jahrhunderten hat er über vier Jahrzehnte hinweg zusammengetragen.

In einer schweren Metallkiste wurden die seltenen Schätze zur Stadtgeschichte, die Christoph Gärtner in den vergangenen vier Jahrzehnten als leidenschaftlicher Sammler zusammengetragen hat, am Donnerstag in den zweiten Stock des Bietigheimer Rathauses getragen. Hierbei handelt es sich um seine private Sammlung von Briefmarken, Sonderpostbelegen und Ansichtskarten, die alle thematisch mit der Stadtgeschichte von Bietigheim-Bissingen zu tun haben.

Anlässlich seines 50. Geburtstags im Dezember 2014 habe er sich dafür entschieden, sich einmal nicht nur beschenken zu lassen, sondern der Stadt eine Schenkung in großem Umfang zukommen zu lassen. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing öffnete Gärtner die schwere Kiste und präsentierte diesem ein in jeglicher Hinsicht ungewöhnliches Geschenk. Mit Blick auf seine erfolgreiche berufliche Laufbahn (siehe Info-Kasten) sagte Gärtner: "Ich werde täglich darin bestätigt, dass es sich lohnt Visionen zu entwickeln und diese mit Kraft und Energie umzusetzen." Deshalb sei es ihm ein Bedürfnis, sich "bei der Stadt, in der alles begann und die mir die Möglichkeit eröffnete, meinen Lebenstraum in die Tat umzusetzen", auf diese Art zu bedanken. Seit Donnerstag ist nun seine "Postgeschichtliche Heimatsammlung Bietigheim-Bissingen" in den Besitz der Stadtverwaltung übergegangen. Neben Oberbürgermeister Jürgen Kessing nahmen auch Regina Ille-Kopp, Leiterin des Stadtmuseums Hornmoldhaus, und Sonja Eisele vom Stadtarchiv die Schenkung entgegen. Unter anderem ist angedacht, die zahlreichen Einzelstücke aus drei Jahrhunderten für künftige Ausstellungen oder Forschungsprojekte zur Stadtgeschichte zu verwenden.

Das älteste und somit auch eines der wertvollsten Stücke der Sammlung sei ein Brief mit rotem Dienstsiegel, der im Jahr 1714 von Sachsenheim nach Bietigheim geschickt worden sei. Gärtner wies darauf hin, dass es zu dieser Zeit grundsätzlich nur sehr wenige Postsendungen gebe, die überhaupt noch erhalten sind.

Gärtners Sammlung dokumentiert die Entwicklung Bietigheim-Bissingens somit von Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung beinhaltet beispielsweise frühe Briefe von Herzog Carl Friedrich zu Württemberg und Belege aus der Kreuzerzeit (1850-1875).

Zudem besitzt die Stadt nun eine große Zahl an vielfältigen Poststempeln Bietigheim-Bissingens, Ansichtskarten aus verschiedenen Zeiten zu Bietigheim, Bissingen, Metterzimmern und Untermberg sowie spezieller Umschläge hiesiger Firmen. Die Sammlung wird ergänzt durch Dokumente, die den Wandel der Postämter vor Ort aufzeigen.

Gärtner wies darauf hin, dass er in seiner Sammelleidenschaft, die mit etwa elf Jahren geweckt worden sei, stets von seinen Eltern Walter und Heidrun Gärtner bestärkt und unterstützt worden sei. Christoph Gärtners Eltern nahmen an der Übergabe der Heimatsammlung an die Stadt am Donnerstag ebenfalls teil.

Zur Person: Geschäftsführer eines Auktionshauses

Christoph Gärtner ist Geschäftsführer der Auktionshaus Christoph Gärtner GmbH & Co. KG mit Sitz in der Steinbeisstraße in Bietigheim-Bissingen.

Gärtner erläuterte im Rathaus, woher seine enge Verbundenheit mit der Stadt stammt. Bietigheim-Bissingen sei seine Geburtsstadt, aufgewachsen sei er dann in Sachsenheim. Als Schüler besuchte er die Ellental-Gymnasien, wo er 1984 sein Abitur ablegte. Seither sei er der Region beruflich und privat treu geblieben.

Bereits während seiner Schulzeit handelte Gärtner mit Briefmarken. Schon während des Abiturs wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Zwei Jahrzehnte später galt sein Auktionshaus als weltweit führendes Handelshaus für Briefe und Postgeschichte. Seit 2005 sind sowohl sein Handelshaus als auch das Auktionshaus in Bietigheim-Bissingen unter einem Dach vereint.

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