BZ-Krimi BZ-KRIMI: ANDREA BESSERER "BLUTSPUR IN DER VILLA VISCONTI" (FOLGE 4)

"Blutspur in der Villa Visconti": Gerade als sich Georg "Schorsch" Breitscheitl und Fabienne Ostberger beim Imbiss Laidis eine "Bietigheim Spezial" genehmigen wollen, werden sie Zeuge, wie Museumsleiterin Astrid Batzler am Telefon offenbar erpresst wird.
"Blutspur in der Villa Visconti": Gerade als sich Georg "Schorsch" Breitscheitl und Fabienne Ostberger beim Imbiss Laidis eine "Bietigheim Spezial" genehmigen wollen, werden sie Zeuge, wie Museumsleiterin Astrid Batzler am Telefon offenbar erpresst wird. © Foto: Stephanie Pilick/dpa
ANDREA BESSERER FORTSETZUNG FOLGT 26.04.2014
Die "Blutspur in der Villa Visconti" führt ins Stadtmuseum, denn dort fehlt ein Ausstellungsstück: ein Paar Schuhe. Außerdem entdeckt Breitscheitl ein weiteres Indiz, das auf seine Kollegin Ostberger hinweist - ein Foto.

Sapperlot nochmal, das bist ja du, Fabienne, zusammen mit Harry Hasenhündl!" Breitscheitl stand förmlich ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Fabienne Ostberger starrte verdutzt auf das Foto, aber sie fing sich gleich wieder. "Ach, diese Story! Ja, ich hatte schon mal mit Hasenhündl zu tun, als ich wegen einer Einbruchserie in Bietigheim ermittelte. Damals warst du noch nicht mein Chef, Georg. Im Museum wurde 2007 eingebrochen und das wertvollste Stück der damaligen Ausstellung wurde entwendet. Es handelte sich um eine antike, genau genommen um die allererste Spätzlespresse überhaupt, aus dem Privatbesitz einer alteingesessenen Bietigheimer Familie. Hasenhündl war überglücklich, dass wir den Täter schnappen und das Ausstellungsstück sicherstellen konnten. So kam das Foto zustande. Siehst du? Ich halte die alte Spätzlespresse in der Hand, das Ding war verdammt schwer!"

Jetzt erst konnte "Schorsch" Breitscheitl das Gebilde in Ostbergers Händen identifizieren. Eine Spätzlespresse, natürlich! Er erinnerte sich dunkel an den Fall. "Warum hast du das nicht früher erzählt?", schnauzte er seine Kollegin an. "Ist doch schon ewig her", gab Ostberger zurück. "Aber lass uns mal einen Blick in die Schuh-Ausstellung werfen, wenn wir schon hier sind." Gemeinsam stapften sie durch das Hornmoldhaus. Fabienne Ostberger kam ins Schwärmen, als sie vor dem Schaukasten mit Exponaten aus den 70er-Jahren standen. "Silberne Plateau-Schuhe", seufzte sie bewundernd. Im nächsten Ausstellungsraum waren Schuhe von mehr oder weniger berühmten Personen zu sehen, die in irgendeinem Bezug zu Bietigheim und den umliegenden Städten standen. Ein Schaukasten stand offen. "Schuhe von Charles de Gaulle, getragen während seiner viel beachteten Rede in Ludwigsburg 1962", las Breitscheitl stirnrunzelnd vor. "Jetzt ist der Kasten leer! Einen Schuh haben wir ja auf dem Valeo-Areal gefunden, aber wo ist der andere?", fragte Breitscheitl nachdenklich.

Fabienne Ostbergers Smartphone vibrierte. Schnell zog sie es aus ihrer Hosentasche und nach einem kurzen Gespräch konnte sie Breitscheitl berichten, dass der Tote nun auch anhand der DNA eindeutig als Harry Hasenhündl identifiziert werden konnte. "Lass uns doch erst mal Frau Hasenhündl befragen. Sie soll uns genau erklären, wie ihr Mann die letzten 24 Stunden vor seinem Verschwinden verbracht hat. Und vielleicht weiß sie etwas über den Verbleib des zweiten Schuhs", schlug Ostberger vor. "Gute Idee", gab Breitscheitl zu, "aber lass uns auf dem Weg dorthin einen kurzen Stopp beim Laidis einlegen, mein Magen hängt auf Halbmast!" Als die beiden beim Imbiss ankamen, sahen sie dort zu ihrer Verwunderung die Museumsleiterin Astrid Batzler. Obwohl bereits eine dampfende "Bietigheimer Spezial" vor ihr stand, telefonierte sie lautstark und stotterte in ihr Handy: "Wie bitte? 25.000 Euro? Bis morgen Abend?" Breitscheitl und Ostberger tauschten vielsagende Blicke aus und gingen langsam auf Astrid Batzler zu. Die Currywurst musste erst mal warten.

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