Es war das erste Mal, dass die drei Jugendmusikschulen der 3B-Städte Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Bönnigheim gemeinsam auftraten. Wie in jedem Jahr wird erneut an die Spendenbereitschaft der Leser der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung appelliert, auch die 38. Weihnachtsaktion finanziell zu unterstützen, damit Menschen in Not Hilfe zuteil werden kann. In seiner Begrüßung wies Manfred Gläser, Vorsitzender der BZ-Aktion, darauf hin, dass in den vergangenen fast vier Jahrzehnten rund drei Millionen Euro gesammelt und verteilt werden konnten. Er dankte den drei Musikschulen, sich für die gute Sache mit der Ausführung des Benefizkonzerts zu engagieren. Der Stadt Bietigheim-Bissingen und damit Oberbürgermeister Jürgen Kessing, der das Konzert besuchte, sprach Gläser seinen Dank für die kostenlose Bereitstellung des Kronensaales aus.

Die drei Jugendmusikschulen hatten sich auf ein abwechslungsreiches und musikalisch qualitätsvolles Programm geeinigt. Den Anfang machte das mit 50 Musikern besetzte Jugendblasorchester der Musikschule Bönnigheim unter der anfeuernden Leitung von Rainer Falk. Im ersten Teil des zweieinhalbstündigen Konzerts führten die Bönnigheimer mit frischem Elan konzertante Kompositionen für Blasorchester auf. Dazu zählten beispielsweise die glutvolle Rhapsodie "Celtic Ritual" von John Higgins, die farbenreiche Suite "Scandinavia" von Alfred Bösendorfer und auch das hymnisch-melodiöse Stück "Higland Cathedral" mit dem jungen Saxophon-Solisten Jannik Kleinert.

Zwischen den einzelnen Programmteilen des Bönnigheimer Orchesters traten Ensembles der Musikschule Besigheim auf. Für die Besucher war die Überraschung beträchtlich, als gleich drei Pianistinnen, die an der Schule tätigen Klavierlehrerinnen Dorothea Bronner, Jenia Keller und Julia Michel-Egerer, an einem Flügel Platz nahmen und sechshändig Kompositionen von Sergej Rachmaninoff und Ivan Shekov überaus virtuos und klangfüllig aufführten. Eine populäre Opernarie von Georg Friedrich Händel sang mit ihrem hohen, hell klingenden Sopran Sabine Zipperer, am Flügel von Jenia Keller begleitet. Unter der Leitung von Roland Haug musizierte in klarer Intonation ein Trompeten-Ensemble mit Publikumsbeteiligung den ABBA-Titel "Mama mia" und einen flotten Boogie-Woogie. Andreas Musch leitet in Besigheim ein Saxophon-Ensemble, das beschwingt, rhythmisch pointiert und jazzig drei keineswegs leicht zu spielende Stücke aufführte. Als eine schlagkräftige Gruppe erwies sich schließlich das von Daniel Eisenhardt geleitete Percussion-Ensemble. Die zum Teil noch sehr jungen Mitglieder beherrschten ihr Instrumentarium perfekt.

Als Beitrag der Musikschule Bietigheim-Bissingen trat im zweiten Teil deren Bigband unter der Leitung von Alexander Wolpert auf. Fünf Stücke hatten die 18 ambitionierten Jazzmusiker einstudiert. Schon mit "Eye of the Tiger" aus dem Film "Rocky III" kam die Bietigheimer Bigband ordentlich zur Sache. Das Arrangement von Victor Lopez, das professionelles Spiel verlangte, meisterten die jungen Bandmitglieder souverän. Ruhiger ging es in "Nicen easy" aus dem Notenbuch der legendären Count Basie Band in einem klangvollen Arrangement von Sammy Nestico zu. "Get in Line" war ein kompliziertes Stück von Gordon Goodwin, das der Band absolute rhythmische Sicherheit und ausgefeilte Spieltechnik abverlangte. Mit einem beschwingten Glenn-Miller-Medley und der Titelmelodie aus dem Film "Glee" "Dont Stopp believing" wurden weitere Facetten der Bigband-Musik voller Elan vorgeführt.

Als Solisten der Bigband traten mit bravourösen Leistungen Tobias Winkens (Posaune), Lukas Wolpert und Jannik Renshaw (Trompeten), Anika Renshaw (Alt-Saxophon) und Florian Emhardt (E-Gitarre) auf. Der Schlussbeifall war laut und anhaltend, weshalb die Bigband noch eine kurze Zugabe spielte.

Das Finale des Benefizkonzerts konnte man sich opulenter nicht vorstellen. Alle rund 120 Mitwirkenden versammelten sich auf der Bühne und spielten unter der Leitung von Rainer Falk den Ohrwurm "One Moment in Time". Als Gesangssolistin verstand es Lena Scheuffele höchst beachtlich, sich mit ihrer kraftvollen, hellen Stimme gegen den fulminanten Sound des Mammut-Blasorchesters durchzusetzen.

Der Bönnigheimer Stadtmusikdirektor Rainer Falk war von dem gemeinsamen Konzert der Musikschulen begeistert: "Es musste erst die Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung die Idee dazu haben, dass die drei Musikschulen in den 3B-Städten gemeinsam auftreten". Reimund Schiffer, Leiter der Musikschule Bietigheim-Bissingen, hoffte sogar, dass aus der diesjährigen Premiere im Bietigheimer Kronenzentrum zugunsten der BZ-Aktion eine Veranstaltungsreihe werden könnte.