Die Schachfiguren aus dem Stadtarchiv sind bis zu zehn Zentimeter hoch und stehen auf grün und rot bemalten Sockeln. Normalerweise liegen die Figuren sicher verwahrt in einer hölzernen Kiste auf der der Schriftzug "Schach dem König" zu sehen ist. Seit September 2013 ist man im Besitz des Spiels, so Maren Lippitz vom Stadtmuseum Hornmoldhaus. Zu sehen war die Schenkung damals in der Ausstellung "Würfeln, Ziehen, Raten - Spiele und ihre Geschichte", ansonsten ruht das Spiel im Museumsdepot - ein passendes Brett gibt es nicht dazu.

Dabei haben die Figuren eine ganz eigene Geschichte. Die Figurenschenkung an das Bietigheimer Museum stammt von Erika Beyreuther. Sie wohnte mit Familie in der Großingersheimer Straße 11, wo unter anderem die Seniorenresidenz war. Heute ist in dem Gebäude ein Hotel. Im Erdgeschoss des Hauses war der Bildhauermeister Karl Friedrich Bruno Baumgärtner in seiner Werkstatt tätig, wo er unter anderem verschiedene Holzfiguren herstellte. Die Schachfiguren, so hat Maren Lippitz in Erfahrung gebracht, wurden mit einer Kopierfräßmaschine hergestellt, dem Vorläufer heutiger 3D-Drucker. Erika Beyreuther hat dem Bildhauermeister bei seiner Arbeit immer wieder zugeschaut und irgendwann einmal habe Beyreuthers Großvater das Spiel gekauft, so Maren Lippitz. Obwohl es einen Prototyp für die Bauern gab, sehen all diese 16 Figuren doch leicht unterschiedlich aus. Der Grund: Bildhauer Baumgärtner hat die Holzfiguren vor der Bemalung von Hand nachgearbeitet. Heute sieht man auf der Bemalung der Schachfiguren noch eine kleine Inventarnummern, schließlich muss im Depot alles seine Ordnung haben.