Bietigheim-Bissingen / Frank Ruppert

„Wir verachten Gewalt, Hass, Diffamierungen sowie Hetze“, heißt es in der Erklärung des Bündnisses für Menschlichkeit, das am heutigen Freitag zu einer Demo aufruft. Los solle es um 17 Uhr mit einem ökumenischen Friedensgebet in der Sankt-Laurentius-Kirche gehen. „Alle Pfarrer der Gemeinden in der Stadt werden dabei sein“, sagt Pfarrer Stephan Seiler-Thies. Danach gehe es gemeinsam, ein Friedenslied singend, in Richtung Kronenplatz.

„Wir hatten kurz überlegt, ob wir die B 27 überqueren, haben uns dann aber doch für den einfacheren Weg durch die Unterführung entschieden“, so Seiler-Thies. Um 18 Uhr soll dann die Kundgebung auf dem Kronenplatz beginnen. Geplant sind laut Mitinitiator Marcel Hoffmann von den Grünen ein paar Reden von Menschen, die dem Bündnis angehören. Nach der Begrüßung sollen nach dem Wunsch der Veranstalter etwa ein Vertreter der Vereine, der Parteien und der Kirchen sowie der Gewerkschaften reden.

Nach Angaben der Polizei wird diese auch schon beim Marsch zum Kronenplatz vor Ort sein aber, wie Polizeisprecherin Tatjana Wimmer erklärt, nichts absperren und nur eingreifen oder begleiten, falls dies nötig sei. Das Bündnis hat 200 bis 300 Menschen beim Ordnungsamt angemeldet. „Die Kundgebung wird etwa eine Stunde dauern“, schätzt Hoffmann. Alles soll friedlich verlaufen, komme es zu Gewalt, werde man die Demo sehr schnell auflösen. Seiler-Thies betont, dass die AfD-Veranstaltung nur äußerer Anlass für die Demo sei. „Wir wollen nicht gegen irgendetwas demonstrieren, sondern für die Vielfalt. Wir wollen zeigen wie bunt Bietigheim-Bissingen ist.“

Martin Hess, AfD-Bundestagsabgeordneter aus dem Landkreis, erklärt, dass Gegenveranstaltungen als Reaktion auf politische Versammlungen Bestandteil einer lebendigen Demokratie seien, solange sie friedlich blieben. „Allerdings offenbaren in letzter Zeit immer öfter Personen aus dem linken Spektrum ihre antidemokratische Einstellung, indem sie nicht die Auseinandersetzung der Worte suchen, sondern gegen Andersdenkende gewalttätig werden oder deren Eigentum beschädigen oder zerstören. Dies zeigen die sich in letzter Zeit immer zahlreicher auftretenden Gewaltakte gegen Mitglieder und Repräsentanten unserer Partei“, erklärt Hess. Die AfD werde sich aber trotz aller antidemokratischen Anfeindungen und gegen sie gerichtete linksextremistische Gewalt nicht an der Ausübung und Wahrnehmung  ihrer Grundrechte hindern lassen.