Die geplante AfD-Veranstaltung am Freitag im Kronenzentrum, zu der auch Beatrix von Storch kommen soll, ruft Gegner auf den Plan. „Offiziell ist noch keine Demo angemeldet, das geht ja bis 48 Stunden vorher noch“, sagte Stadtsprecherin Anette Hochmuth am Dienstagnachmittag auf BZ-Nachfrage. Allerdings formiere sich über Facebook schon eine Gruppe, zudem gebe es eine Art Voranmeldung einer Demo von einem Bündnis mehrerer Parteien und Organisationen.

Am Montag hat sich das „Bündnis für Menschlichkeit“ gebildet, bestätigt der Mitinitiator und Bietigheimer Grünen-Chef Marcel Hoffmann auf BZ-Nachfrage. „Es werden aktuell Unterstützer gesucht. Grüne, GAL, FW, FDP, SPD und die Linke sind hier schon an Bord“, sagt Hoffmann. Aus Kreisen des Bündnisses ist zu hören, dass seit Samstag vermehrt Menschen auf die politischen Parteien und deren Vertreter vor Ort zugekommen seien mit der Frage, wie auf die AfD-Veranstaltung reagiert werde. Das sei der Auslöser gewesen, sich am Montag zusammenzusetzen und schließlich zu dem Bündnis zu kommen.

Bündnis will Zeichen setzen

Zwei Dinge stören die Vertreter des Bündnisses an der AfD-Veranstaltung. Zum einen sei es die zweite der Partei innerhalb kurzer Zeit in der Stadt. Man wolle nicht riskieren, dass die AfD immer wieder zu solchen Veranstaltungen in Bietigheim-Bissingen einlade, weil sich die Menschen dort nicht dagegen wehrten. Ein weiterer Faktor sei die Tatsache, dass nun nicht mehr nur Lokalpolitiker der AfD zusammenkommen, sondern auch bundespolitisch bekannte Gesichter in der Stadt reden.

Auch die evangelische und die katholische Kirche Bietigheim-Bissingens haben parallel zu dem Bündnis etwas geplant. Wie Pfarrer Stephan Seiler-Thies von der evangelischen Gesamtkirchengemeinde am Dienstag auf BZ-Nachfrage erklärte, habe man sich aber nun mit dem Bündnis zusammengetan. „Wir werden mit einem Friedensgebet in der katholischen Sankt-Laurentius-Kirche beginnen und danach zum Kronenplatz ziehen, wo die Kundgebung mit allen Teilnehmern stattfinden soll“, sagt Seiler-Thies. Der Geistliche erklärt, dass gezeigt werden solle, dass Bietigheim-Bissingen bunt und vielfältig ist. Man wolle ein Zeichen setzen gegen die, die Grenzen und Mauern hochziehen wollten in der Gesellschaft und in den Köpfen.